Am Tag danach: Reaktionen auf das Brexit-Votum

Der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA) bedauert das Ergebnis, weil es das Vereinigte Königreich, die EU und Flandern schwächen wird. Der Arbeitgebervorsitzende Timmermans warnt vor den wirtschaftlichen Folgen. Und der liberale Europarlamentarier Guy Verhofstadt will unverzüglich mit den Austrittsverhandlungen beginnen.

"Das Vereinigte Königreich stellte einen politischen und wirtschaftichen Mehrwert für Europa dar. Wir müssen ihre Entscheidung respektieren und den Austritt so pragmatisch und schmerzlos wie möglich abwickeln."

Das Studienbüro der flämischen Regierung hat berechnet, dass ein abrupter Ausstieg der Briten Flandern bis 2030  2,5 % des Bruttoinlandprodukts kosten würde. Ein günstigerer Berechnungsrahmen ermittelte Auswirkungen auf das BIP von ca. -1,8 %.

Flandern exportiert besonders viele Nahrungsmittel und Textilien ins Vereinigte Königreich, sein 4-größter Exportpartner.

Die Unsicherheit wird zunehmen, auch wenn wir nicht von heute auf morgen alle Handelsbeziehungen mit der Insel beenden, so Arbeitgeberboss Pieter Timmermans. Belgien exportiert jährlich für 39 Milliarden Euro nach UK. Die Handelsbilanz ist positif. Infolge der Austrittsbestrebungen drohen aber Arbeitsplätze verloren zu gehen. Hier wie auch im Königreich selbst, wo das britische Pfund an Wert gegenüber dem Euro verliert.

Für Guy Verhofstadt, Vorsitzender der Liberalenfraktion im EU-Parlament, haben sich die Briten nicht gegen Europa, aber wohl gegen dieses Europa ausgesprochen. 

Eine Verzögerung der Austrittsverhandlungen kommt für den überzeugten Europäer nicht in Frage. "Die Entscheidung ist klar. Fangen wir sofort an. Wir wollen nicht warten, bis dass im Oktober ein neuer Premier gewählt wird."