Bel20 mit -8 % am Tag nach dem Brexit

Zum allerersten Mal überhaupt hat der belgische Börsenindex mit einem Minus von 8 % eröffnet. Bei Börsenschluss lag der Bel20 bei -6,5 %. Besonders betroffen vom Brexit-Ausgang sind die Aktien von Banken und Finanzinstitutionen.
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"Es sieht gar nicht gut aus", sagte der VRT-Journalist Michel Van Droogenbroeck bei seiner ersten Analyse am Freitagmorgen: "Diese Kursverluste waren sogar auf dem Höhepunkt der Bankenkrise eine Ausnahme."

Besonders betroffen waren die belgischen Bankenaktien: ING -17 %, KBC -13,8 %, Ageas -12,7 %, ING -12,8 %, KBC -11,1 %, Ageas -6,67 %. Auch der Energiekonzern Engie verliert stark (-9,6 %). Ebenso Stahldrahtproduzent Bekaert (-7,3 %) und Chemiekonzern Solvay (-7 %).

Der Finanzsektor hatte sich in den Wochen vor dem Referendum auf einen Sieg des "Remain"-Lagers eingeschossen. Daher kam das Resultat am Freitagmorgen überraschend. Der Bel20-Index endete nach einem stürmischen Börsentag bei -6,5 %.

An den europäischen Börsen von London bis Athen setzte der "Schlussverkauf" aber auch an anderen internationalen Börsenplätzen von Tokio bis New York purzelten die Aktienkurse.

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Euro verliert gegenüber dem Dollar

Die europäische Währung ist nach dem Brexit noch 1,09 Dollar wert: ein Wertverlust von 3,3 %. Die Märkte befürchten, dass der Brexit auch andere Länder zu einem Austritt aus der EU bewegen könnte.

Das britische Pfund stürzte ab und hat in der vergangenen Nacht 10 % von seinem Wert gegenüber dem US-Dollar eingebüßt.

Die Anleger flüchten in Staatsanleihen und Gold, das 6 % zulegte.

Neben der Bank of England, die 250 Milliarden Pfund an Rücklagen zur eventuellen Stützung der Währung gesichert hat, gab auch die Europäische Zentralbank an, das Finanzsystem ggf. zu unterstützen und die Preise zu garantieren.