Premier "Brexit? Ohrfeige, aber 'cool' bleiben!"

Der Sieg der Brexit-Anhänger ist eine Ohrfeige für das europäische Projekt, aber wir sollten auch einen klaren Kopf bewahren. So reagierte der belgische Premierminister Charles Michel (MR) auf den Ausgang des Referendums im Vereinigten Königreich. Er wiederholte seinen Aufruf, ein Konklave über die Zukunft der Europäischen Union zu veranstalten.

Auf einer Pressekonferenz sagte Michel weiter, dass er nicht wirklich überrascht sei: "Wir wussten von dem großen Risiko."

"Jetzt ist die britische Regierung am Zug", betonte der Premier, der in diesem Punkt Tempo forderte. Innerhalb von zwei Jahren müssen die Verhandlungen über den Austritt abgeschlossen sein und müssen wir einen anderen Rahmen für unsere Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich gefunden haben."

Panik wäre jetzt ein schlechter Berater, sagte der belgische Regierungschef weiter. Auf dem nächstfolgenden europäischen Gipfel wird eine erste politische Analyse möglich sein. Ich werde die belgischen Interessen vertreten, aber im Allgemeinen auch für das europäische Projekt plädieren.

Konklave, um Europa neue Richtung zu geben

Michel warb erneut für ein Konklave, auf dem die Leitlinien für ein neues Europa beschlossen werden.

"Ich bin überzeugt, dass das europäische Projekt der schönste Traum des vergangenen Jahrhunderts war. Aber genauso bin ich überzeugt, dass wir dieses Moment nutzen sollten für eine neue Perspektive, einen neuen Traum."

EU-Kommissarin Thyssen: Nicht das Ende von Europa

Für die belgische EU-Kommissarin Marianne Thyssen (CD&V) ist es ein trauriger Tag für Europa, aber der Brexit ist nicht das Ende. "Wir werden Europa anders erklären müssen", sagte die Kommissarin für Beschäftigung.

Wir sollten Europa jetzt auf keinen Fall auseinanderbrechen lassen und den Nationalismus noch verstärken, sondern, im Gegenteil, es besser machen. Und auf die Erwartungen der europäischen Bürger eingehen. Wir müssen viel besser erklären, wie es funkioniert und was Europa tun kann, sagte Thyssen: "und vor allem lauter für Europa plädieren als die Neinsager."