Flämische EU-Abgeordnete in Sachen Brexit

In der sonntäglichen VRT-Polittalkshow "De Zevende Dag" haben flämische Europaparlamentarier über den Austritt der Briten aus der EU debattiert. Sie sind sich einig, dass Europa nach dem Brexit einen neuen Weg einschlagen müsse.

Die Europäische Union macht schwierige Zeiten durch, gibt Ivo Belet (Archivfoto) von den flämischen Christdemokraten CD&V zu. "Wir dürfen das nicht unter den Teppich kehren. Europa hat gigantische Prügel bezogen. Nicht nur die Briten befinden sich in der Miserie, sondern ganz Europa."

Laut den flämischen Liberalen Open VLD sei es an der Zeit, einen neuen Weg zu gehen. Das sagt Hilde Vautmans: "Nutzen Sie den Moment, ändern Sie die Verträge, verkleinern Sie die Kommission und geben Sie Europa echte Befugnisse."

"Nein", sagt Kathleen van Brempt (kleines Archivfoto) von den flämischen Sozialisten SPA dazu. "Ich denke nicht, dass es gut ist, heute ein großes europäisches Hochamt zu halten. Das kann man später immer noch. Ich denke, dass wir jetzt vor allem konkrete Lösungen brauchen."

Neue Institutionen werden die Menschen nicht davon überzeugen, so Bart Staes von den flämischen Grünen, Groen. "Ich bin der Meinung, dass das keine Lösung ist. Wir müssen dafür sorgen, dass wir in konkreten Fällen zeigen, dass Europa Schutz bietet."

Und Gerolf Annemans von der flämischen rechtsextremen Partei Vlaams Belang findet es inakzeptabel, dass man nach noch mehr Europa strebe. "Die logische Schlussfolgerung für Flandern, die man nach all den in Europa bereits durchgeführten Referenden, bei denen all die Menschen mit einer Mehrheit gesagt haben, Nein, das geht so nicht, ziehen muss, ist, dass wir noch härter auftreten müssen."

Am Dienstag wird das Europaparlament zu einer Dringlichkeitssitzung in Brüssel zusammenkommen.

Nicolas Maeterlinck