EDF Luminus schließt vier belgische Gaskraftwerke

Der belgische Energieproduzent EDF Luminus plant offenbar die Schließung von vier Gaskraftwerken im Land. Dies betrifft die Kraftwerke von Seraing und Angleur bei Lüttich und die Zentralen von Ham bei Gent und Izegem in Westflandern. Grund sei die Veränderung an den Energiemärkten, hieß es dazu.

EDF Luminus wird am 31. Oktober 2017 gleich vier Gaskraftwerke in Belgien schließen. Die betroffenen Kraftwerke seien in den vergangenen Jahren nur noch selten am Netz gewesen, so der Energieproduzent.

Dies liege an einer gesunkenen Nachfrage nach Strom durch die Zunahme von erneuerbarer Energie und an Anpassungen an die Abgaben für CO2, wodurch die Kohlekraftwerke in Europa immer öfter bevorzugt würden. Laut EDF Luminus-Sprecherin Anne Grandjean „ist der wirtschaftliche Kontext derzeit besonders ungünstig.“

Rentabel seien die belgischen Gaskraftwerke derzeit nicht. In Belgien muss ein Energieproduzent eine geplante Abschaltung von Energiezentralen im Voraus anmelden, damit sich die Regierung im Zuge der Energiesicherung auf diese neuen Umstände vorbereiten kann. Definitiv sei noch nichts, so Grandjean, doch bis 31. Oktober werde man offiziell bekanntgeben, ob die vier Kraftwerke endgültig außer Betrieb gestellt werden, oder ob das Vorhaben doch noch zurückgezogen wird.

Die belgische Bundesregierung muss sich jetzt mit dieser Frage beschäftigen, denn die hiesigen Kernkraftwerke werden ab 2023 sukzessive abgeschaltet. Alleine dies verlangt neue Energiequellen, so eine Studie von Stromnetzbetreiber Elia. Die abzuschaltenden Gaskraftwerke haben gemeinsam ein Volumen von 609 Megawatt (MW): Seraing (485 MW), Angleur (50 MW), Ham/Gent (52 MW) und Izegem (22 MW).

Die Schließung betrifft rund 40 Mitarbeiter aber EDF Luminus kündigte an, diese Kollegen möglichst alle in anderen Bereichen einsetzen zu können.