Teilzeitarbeit ist beliebt und bringt steuerliche Vorteile

Die Zahl der in Teilzeit arbeitenden Beschäftigten in der Privatwirtschaft ist in Belgien in den vergangenen 10 Jahren um ein Viertel angestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Vollzeitjobs nur um 1,7 % zu. Nach Ansicht der Neutralen Gewerkschaft für Selbständige (NSZ) liegt dies an der nachteiligen steuerlichen Behandlung der Vollzeitarbeit.

„Ganztags arbeiten wird steuerlich bestraft.“, sagte die NSZ-Vorsitzende Christine Mattheeuws (kl. Foto) dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion dazu.

Weiter führte sie an, dass der belgische Fiskus Arbeitnehmern, die halbtags arbeiten, ihren Lohn nie und nimmer halbiere: „Mehr noch, er wird deutlich mehr als die Hälfte eines entsprechenden Ganztagsjobs behalten, weil er in einer niedrigeren Steuerklasse sitzt.“

Mattheeuws berechnet, dass Halbzeitkräfte im Vergleich zu Ganztagskräften in Belgien 62 ihres Gehalts netto haben, während letztere rund die Hälfte ihrer Bezüge an den Fiskus weitergeben.

Die Neutrale Gewerkschaft für Selbständige fordert jetzt von der belgischen Bundesregierung, die Ganztagsarbeit steuerlich zu stimulieren: „Die Bundesregierung versprach eine gründliche Steuerreform. Dann muss sie aber auch in einem die Lohnsteuer reformieren, damit die Einkommen aus Ganztagsbeschäftigung nicht mehr so hoch belastet werden.“

Laut NSZ waren Ende 2015 rund 1.722.000 Arbeitnehmer in Belgien in Vollzeit beschäftigt, während rund knapp 883.700 Beschäftigte halbtags oder anderweitig in Teilzeit arbeiteten.

BELGA/CLAUS