Viele Flüchtlinge kehren freiwillig zurück

Die Zahl der sich in Belgien aufhaltenden Asylsucher und Flüchtlinge, die auf freiwilliger Basis wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, könnte im Laufe dieses Jahres auf eine Rekordhöhe ansteigen. Dies ist aus vorläufigen Statistiken aus dem Kabinett von Belgiens Staatssekretär für Asyl und Einwanderung, Theo Francken (N-VA), ersichtlich.

Im vergangenen Jahr registrierten die belgischen Ausländerbehörden etwa 4.000 Flüchtlinge und Asylanwärter, die beschlossen haben, in ihre Heimatländer zurückzukehren. Gleichzeitig strömten 2015 rund 35.000 Flüchtlinge in unser Land. Doch bereits in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres verließen rund 2.000 Menschen freiwillig wieder belgischen Boden in Richtung Heimat.

Dabei handelt es sich um verschiedene Beweggründe. Nicht wenige Asylsucher haben einen Antrag auf dauerhaften Aufenthalt in Belgien gestellt, sind aber inzwischen des Wartens überdrüssig. Andere haben bereits erfahren, dass ihr Begehren abgelehnt wurde. Wieder andere sind Flüchtlinge oder Einwanderer, die sich illegal in Belgien aufhalten und die niemals Antrag auf Bleiberecht gestellt haben.

Nach Ansicht von Asyl-Staatssekretär Francken ist die hohe Zahl an freiwilligen Rückführungen auf eine bessere Begleitung der Betroffenen zurückzuführen und auch auf Möglichkeiten, die Rückkehr finanziell unterstützen zu lassen. Dazu wurden in vielen Stadt- und Gemeindeverwaltungen oder in öffentlichen Sozialhilfezentren so genannte „Rückkehr-Schalter“ (Fotos) eingerichtet, die in dieser Hinsicht jegliche Information bieten.

Afghanen und Iraker

Die meisten Flüchtlinge, die in ihre Heimatländer zurückkehren, sind Afghanen und Iraker. 2016 verließen rund 1.000 Iraker Belgien in Richtung ihrer Heimat. Das war die höchste Zahl an freiwilligen Rückkehrern in der EU. Und dieses Jahr meldeten bereits 700 weitere Iraker ihre Rückkehr an oder reisten mit behördlicher Unterstützung bereits wieder ab.