Belgo-Lux-Treffen: Einigung zu Strahlenabfall

Im Rahmen der jährlich stattfindenden gemeinsamen Ministerratssitzung der Regierungen Belgiens und Luxemburg einigten sich die beiden Nachbarländer auf einen gemeinsames Abkommen zum Umgang mit leicht radioaktivem Abfall. Entsprechendes Material aus Luxemburg wird in unserem Land gelagert und aufgearbeitet.

Die fast vollständigen Kabinette der Regierungen Belgiens und Luxemburgs hatten sich am Montag in Gaichel unweit der Grenze zwischen beiden Ländern zu ihrer einmal im Jahr stattfindenden gemeinsamen Ministerratssitzung getroffen. Dabei gehörte das Thema Atomkraft und Radioaktivität zu den Hauptthemen auf der Tagesordnung.

Das Großherzogtum Luxemburg verfügt nicht über Kernkraftwerke und äußerte sich sogar im Verbund mit den anderen belgischen Nachbarländern Deutschland und Niederlande kritisch zum Thema Sicherheit in den hiesigen Atomkraftwerken Tihange bei Lüttich und Doel bei Antwerpen. Aber, auch dort entsteht leicht strahlender bzw. radioaktiver Anfall, z.B. in der Medizin.

Beide Regierungen kamen überein, dass leicht radioaktive Abfälle aus Luxemburg in den belgischen Kernforschungs- und Produktionszentren von Mol und Dessel (beide Prov. Antwerpen) durchaus gelagert und aufgearbeitet werden kann. Dies wurde in einer gemeinsamen Erklärung auch festgeschrieben. Unklar ist aber noch, um welche Mengen es sich dabei handeln könnte, wie am Rande des Treffens deutlich wurde.

Davon hängen natürlich auch die Kosten ab, die Belgien Luxemburg diesbezüglich in Rechnung stellen müsste. Belgien und Luxemburg vereinbarten auch, die gegenseitige Kontrolle von nuklearen Einrichtungen zu intensivieren.

Andere Themen

Weitere Themen betrafen die Verkehrspolitik. Die luxemburgische Regierung würde sich wünschen, dass sich die Bahnfahrt zwischen Brüssel und Luxemburg-Stadt deutlich verkürzt. Derzeit brauchen IC-Züge zwischen beiden Hauptstädten rund 3 Stunden Fahrzeit. Bis 2023 will man diese Fahrzeit auf 2 Stunden und 10 Minuten senken.

Nicht zuletzt kritisierten das Königreich Belgien und das Großherzogtum Luxemburg den britischen Brexit, bzw. das Zustandekommen dieses Referendum zum britischen Ausstieg aus der EU. Luxemburg gehört mit Belgien zu den Gründerstaaten der Europäischen Union.