"Legend of Tarzan" spielt in Belgisch-Kongo

Das neue Kino-Abenteuer „Legend of Tarzan“ von „Harry Potter“-Regisseur David Yates mit dem Schweden Alexander Skarsgård (Foto) in der Rolle des mythischen Dschungelhelden bringt die in London lebende Hauptperson der Geschichte zurück in die Wildnis der belgischen Kolonie Kongo. Dort soll er als Handelsattaché für Handelsfragen aktiv werden. Doch die internationale Politik missbraucht ihn dort als Schachfigur für ihre Machenschaften.

Das neue Tarzan-Abenteuer „The Legend of Tarzan“ mit dem Schweden Alexander Skarsgård (39) als berühmter Dschungelheld bringt Politik und Geschichte mit ins Spiel. „Es ist eine völlig neue Story“, sagte „Harry Potter“-Regisseur David Yates bei der Premiere des Streifens in Los Angeles über das Abenteuerdrama.

Der im Dschungel aufgewachsene Waise John Clayton III., Lord Greystoke kehrt nach einigen Jahren Leben im viktorianischen London mit seiner Frau Jane (gespielt von Margot Robbie) in den Kongo zurück. In der Kolonie, die sich quasi im Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. befindet, werden schwarze Landarbeiter als Sklaven brutal unterdrückt.

Clayton wird als Handelsattaché des Parlaments in den Kongo eingeladen, wo er einem Warlord das Handwerk legen soll, der die dort lebenden Menschen als Sklaven missbraucht und unterdrückt, um sich an Diamanten zu bereichern. Claytons Frau Jane begleitet ihn auf dieser Reise. Dieser ahnt aber nicht, dass er als Schachfigur in einem Rachefeldzug missbraucht wird, der von Captain Loen Rom (Christoph Waltz), dem Gesandten von König Leopold II. von Belgien, erdacht wurde.

Der Film läuft in Belgien an diesem Mittwoch, den 6. Juli an und kommt Ende des Monats auch in die deutschen Kinos.

Geschichtlicher Hintergrund mit belgischem Link

Die Geschichte spielt sich vor dem Hintergrund der brutalen Kolonisierung des Kongo durch Belgien und greift die Politik der Kolonien, wie sie damals von vielen europäischen Ländern geführt wurde, an. Sie orientiert sich in hohem Maße am Buch „Tarzan oft he Apes“ von Edgar Rice Burroughs aus dem Jahr 1912. Der erste König der Belgier, Leopold I., hatte 1841 die „Compagnie Belge de Colonisation“ gegründet und sich bis 1855 um Kolonialbesitz für sein noch junges Land bemüht.

Sein Nachfolger, Leopold II., verfolgte ab 1865 weltweit Kolonialambitionen und erwarb nach 1876 mit dem damals „Kongo-Freistaat“ genannten Gebiet zunächst eine Art Privatkolonie, die er aber nach den international scharf angegriffenen Gräueltaten 1908 seinem Land Belgien überlassen musste. Die belgische Kolonialherrschaft über den Kongo endete erst 1960, als insgesamt 18 Kolonien in Afrika die Unabhängigkeit zugesprochen wurde. Das seit 1919 bestehende Mandat über Ruanda-Burundi verlor Belgien sogar erst im Jahr 1962.