IS-Video gibt Michel die Schuld am 22. März

Belgiens Premierminister Charles Michel (MR - Foto) hat nicht vor, sich von Drohungen der islamistischen Terror-Organisation IS einschüchtern zu lassen. In einem Video beschuldigt IS den belgischen Regierungschef, die Schuld an den Terroranschlägen auf Zaventem und Brüssel am 22. März zu tragen. Michel reagierte darauf, in dem er sich fest entschlossen zeigte, den Kampf gegen den Terror weiterzuführen.

In zwei Videos, die jetzt in französischer und in englischer Sprache im Internet aufgetaucht sind, werden Premierminister Michel, bzw. die belgische Bundesregierung verantwortlich für die Anschläge auf Brüssel gemacht. In einer Mischung aus Bildern der Anschläge von Brüssel (22. März) und Paris (13. November 2015) heißt es in französischer Sprache: „Brüssel ist alarmiert, Michel ist der Schuldige, die Belgier brennen, Michel ist der Schuldige.“ In der englischen Version lautet der Text anders und richtet sich nicht gegen Michel persönlich, sondern gegen die belgische Bundesregierung: „Brüssel lebt im Terror. Gebt darum einzig und allein eurer Regierung die Schuld.“

Premierminister Charles Michel reagierte festentschlossen auf diese Provokation: „Wir werden uns von diesen Drohungen nicht einschüchtern lassen. Wir sind festentschlossen, den Kampf gegen den Terror gemeinsam mit unseren Partnern weiterzuführen. Wir werden uns nicht zurückziehen. Die Terrorgruppe IS zu bekämpfen bedeutet, unsere Demokratie und die Sicherheit unserer Bürger zu verteidigen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass IS Drohungen gegen Belgiens Premier Michel richtet. Es gab auch schon persönliche Drohungen gegen ihn und gegen Mitglieder seiner Regierung. Deshalb wurden die Sicherheitsvorkehrungen für führende belgische Bundespolitiker deutlich aufgestockt. Offenbar hat sich Michel das IS-Video selbst angeschaut. Die belgischen Nachrichten- und Sicherheitsdienste seien schon dabei, das Video gründlich zu analysieren, hieß es am späten Mittwochvormittag dazu.