Mannschaftsarzt: "Rote Teufel waren zu müde"

Nach Ansicht von Kris Van Crombruggen, dem Mannschaftsarzt der Roten Teufel, waren viele seine Schützlinge nach einer langen und anstrengenden Saison bei ihren Vereinen schlicht und einfach zu müde, um während der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich wirklich Großes zu erreichen. Leistungsträger wie Kevin De Bruyne blieben einfach unter ihren Erwartungen.

In einem diese Woche erschienen Beitrag im flämischen Medizinerfachblatt „De Artsenkrant“ stellt der Sportarzt des Königlichen Belgischen Fußballbundes (KBVB), Kris Van Crombruggen, fest, dass die meisten der Akteure unserer Nationalmannschaft nach einer langen und anstrengenden Saison in ihren Vereinen und Ligen müde und aufgebraucht waren. Nicht zuletzt, so Van Crombruggen, mussten einige von ihnen auch nach schweren Verletzungen regenerieren.

Unter denen, die bei der EM in Frankreich weit unter ihren Erwartungen blieben, war auch Kevin De Bruyne, der im Laufe der Saison bei Manchester City eine Verletzung erlitt und quasi gerade erst wieder spielfähig wurde. Kris Van Crombrugge ist seit 2010 Mannschaftsarzt bei den Roten Teufeln und erlebte vor der EM in Frankreich in diesem Amt auch schon die WM in Brasilien.

Dieses Mal, so der Sportmediziner in „De Artsenkrant“, waren einige nicht fit: „Es war einfach unglaublich, wie viele der Spieler mit leichten Verletzungen zur EM antraten. Sie waren extrem müde und mussten mit Stärkungsmitteln auftanken.“ Vor den Spielen bekamen sie Nahrungszusätze und Vitamine und mussten jedes Mal gesundheitlich gecheckt werden: „Während den Vorbereitungen mussten zahlreiche Spieler in den Scanner. Zeitweise waren sie über das ganz Land verteilt. Mindestens fünf Krankenhäuser behandelten einzelne Spieler.“

Kevin De Bruyne

Einer der Leistungsträger, die bei der EM unter ihren Möglichkeiten blieben, war Spielmacher Kevin De Bruyne (kl. Foto). Van Crombruggen musste feststellen, dass er von Anfang an nicht ganz dabei war: „Wir dachten, dass sich Kevin De Bruyne krank fühlte. Er gab bei den Trainingseinheiten und in den Spielen zur Vorbereitung nicht alles. Erst im Laufe des Turniers wurde er bei jedem Spiel besser, doch sein Topniveau erreichte er nicht.“

Kris Van Crombruggen geht davon aus, dass seine Roten Teufel ohne diese Müdigkeit und ohne die vielen verletzten Leistungsträger durch aus das EM-Finale hätten erreichen können. Ob sie allerdings gegen eine Spitzenmannschaft wie die Deutschen eine Chance gehabt hätten, bezweifelt auch er…