Drei Kandidaten für den flämischen Denkmalpreis

Drei historische Bauwerke oder Anlagen haben gute Chancen, den diesjährigen Denkmalschutz- und Kulturgutpreis zu gewinnen: Die „Eisenbahn-Festung“ in Duffel bei Antwerpen, der Kino- und Konzertsaal „Roma“ im Antwerpener Stadtteil Borgerhout (Foto oben) und der Neandertaler-Ausgrabungsort Hezerwater in Veltwezelt in der Provinz Limburg.

Nach fast 20 Jahren Leerstand haben Ehrenamtliche und Kulturschaffende in Antwerpen-Borgerhout das alte „De Roma“-Kino (gebaut zwischen 1923 und 1924) wieder aus seinem Dornröschenschlaf geholt. Die Vereinigung vzw. De Roma hat aus der Restaurierung des historischen Saals ein Nachbarschaftsprojekt gemacht und seit einiger Zeit strömt wieder viel Publikum in den Saal, um Filmen, Konzerten, Theateraufführungen, Kabarettisten und Comedians sowie Lesungen und Konferenzen beizuwohnen. Möglich wurde dies durch ehrenamtliche Arbeit, Spendengelder und Zuschüsse sowie durch Sponsoring.

Die „Festung von Duffel“, auch gerne „Eisenbahnfort Duffel“ genannt, weil von dort aus die Bahnstrecke zwischen Antwerpen und Brüssel verteidigt wurde, ist heute ein Naherholungsgebiet geworden.

Im Kempenland gelegen ist diese Anlage mit ihrem restaurierten „Fort“ und ihrem Park ein Erlebniszentrum für jung und alt geworden. 1914 sollte diese Festung mit Sperrfeuer die anrückenden deutschen Truppen zurückhalten. Diese Geschichte wird dort in einer Ausstellung erzählt. Früher lebten die stationierten Soldaten in dem Gemäuer. Heute haben sich dort Fledermäuse niedergelassen, was die Anlage auch zu einem Naturkundestandort macht.

Der mittlerweile geschützte Neandertaler-Ausgrabungsort Hezerwater in Veldwezelt bei Lanaken in der Provinz Limburg bewahrt archäologische Funde aus der Frühzeit.

Anhand eines gut ausgeschilderten und dokumentierten Rundgangs können die Besucher etwas über die Architektur und die Lebensweise der Neandertaler erfahren. In Hezerwater sind quasi die ältesten Siedlungszeugnisse im heutigen Flandern dokumentiert. Die Anlagen sind eine Initiative der Gemeinde Lanaken und der Gesellschaft BPF Bouwinvest.

Sorgfältig ausgewählt

Diese drei von der Denkmalschutzkommission des belgischen Bundeslandes Flandern ausgewählten Projekte wurden aufgrund ihres innovativen Konzepts, ihrer gesellschaftlichen Relevanz und ihrer lokalen Verankerung gewählt. Noch bis zum 7. Oktober können Interessierte darüber abstimmen, welches der drei Projekte den mit 12.500 € dotierten flämischen Denkmalschutzpreis gewinnt. Die drei oben genannten Projekte erhalten schon jetzt eine Prämie von 2.500 €. Alle drei Projekte sind am Tag des offenen Denkmals in Flandern am 11. September zu entdecken.