Nach den Anschlägen: Evakuierung beschleunigen

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufarbeitung der Anschläge vom 22. März auf die Metro-Station Maalbeek in Brüssel und den Flughafen von Zaventem stand diese Woche auch das Thema Evakuierung des Metronetzes im akuten Notfall. Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA - Foto) stand den Ausschussmitgliedern dazu Rede und Antwort.

Eines ist sicher: Die belgischen Bundes- und die Brüsseler Regionalbehörden arbeiten seit dem Tag der Anschläge an einem schlüssigen Notfallkonzept für den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt im akuten Bedrohungsfall. Dazu werden auch adäquate Richtlinien vorbereitet, die dazu führen sollen, dass die Entscheidungswege in einem solchen Fall kürzer, deutlicher und vor allem schneller werden.

Am 22. März, dem Tag der Anschläge auf den Brussels Airport in Zaventem und auf die Metrostation Maalbeek im Brüsseler Regierungs- und EU-Viertel, verging mehr als eine Stunde, bevor der Verkehr auf dem gesamten Metro-Netz inklusive Evakuierung vorgenommen wurde. Eines der größten Probleme war, dass eigentlich niemand für eine solche Entscheidung zuständig war (und ist) - auch nicht bei der regionalen Brüssele Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB selbst.

Innenminister Jambon machte aber auch deutlich, dass trotz eines entsprechenden Notfallplans die Metro am 22. März nicht hätte zeitig geräumt werden können. Um 8:52 Uhr hatte das Krisenzentrum der Regierung den Metro-Verkehr aus Sicherheitsgründen einzustellen. Doch schon um 9:11 Uhr sprengte sich ein Selbstmordattentäter in einem Metrozug in Maalbeek in die Luft… Bis dahin hätte die MIVB/STIB die U-Bahn nicht evakuieren können, so Jambon.

Krisenzentrum

Laut Innenminister Jambon werden die Entscheidungswege in solchen Fällen deutlich kürzer und konkreter werden und dafür zuständig ist das Krisenzentrum der belgischen Bundesregierung. Entsprechende Maßnahmen, wie z.B. die Schließung und Evakuierung der Brüsseler Metro, obliegen dann dem Bundesverkehrsminister und der Brüsseler Regionalregierung.