Plötzlicher Run auf Laufbahnunterbrechung

Im vergangenen Monat Juni haben nicht weniger als 11.923 flämische Beamte und Staatsbedienstete einen Antrag auf Laufbahnunterbrechung gestellt. Das waren doppelt so viele, als im Juni 2015 und viermal so viele, als im Januar dieses Jahres. Dabei wollen die Beamten vom geltenden heutigen System profitieren, denn ab September greift eine Neuregelung in dieser Hinsicht, die Laufbahnunterbrechungen schwieriger gestaltet.

Am Stichtag 2. September tritt im belgischen Bundesland Flandern eine Neuregelung des Systems für Laufbahnunterbrechung in Kraft. Demnach ist eine Pause in der beruflichen, auch nur in Form von Teilzeitbeschäftigung, ohne Begründung nicht mehr möglich.

Die Gesetzesreform bietet in dieser Hinsicht danach nur noch eine Laufbahnunterbrechung oder einen Zeitkredit für Elternschaftsurlaub, für die Pflege eines Angehörigen oder für Weiterbildung.

Flandern ist seit der sechsten Staatsreform in Belgien auch für diesen Bereich selbst zuständig und demnach auch für die Finanzierung davon und der entsprechenden Prämien vom Arbeitsamt (RIZIV).

Derzeit profitieren rund 50.000 Beamte oder Staatsangestellte in Flandern vom System der Laufbahnunterbrechung. Das kostet die Landeskasse auf Jahresbasis rund 126 Mio. € am entsprechenden Prämien. Auch im Juli und im August werden wohl noch viele Staatsbedienstete versuchen, noch von der alten Regelung profitieren zu können.