Höchstgrenze für ausländische Ärzte und Zahnärzte in Belgien?

In der Medizinerwelt will man dem Zustrom von Ärzten und Zahnärzten aus Ländern der Europäischen Union auf den belgischen Arbeitsmarkt Einhalt gebieten. Jedes Jahr kämen stets mehr Ärzte ins Land. Die ausländischen Ärzte sind aufgrund der europäischen Gesetzgebung nicht wie die die Belgier an Quoten gebunden.

Die ausländischen Ärzte und Zahnärzte müssen auch keine Zulassungsprüfung ablegen. Die Ärzte hier in Belgien zweifeln an der Qualität einiger Diplome ausländischer Mediziner. 

Stefaan Hanson vom Verband flämischer Zahnärzte betonte in der VRT hierzu: "Es geht eigentlich um die Tatsache, dass Leute mit Diplomen aus anderen Ländern kommen, ohne jemals eine Zulassungsprüfung abgelegt zu haben und dass sie nicht immer die gleiche Ausbildung genossen haben und über die gleichen Kenntnisse verfügen, über die wir in unserem Land verfügen müssen."

Die Ärztekammer BVAS und der Verband flämischer Zahnärzte bitten die Regierung nun, eine Höchstgrenze für ausländische Ärzte und Zahnärzte einzuführen. Außerdem fordern sie eine Überprüfung der Diplome. Hierfür werde eine Beratung auf europäischer Ebene nötig, heißt es.

Unterdessen hat die belgische Gesundheitsministerin Maggie De Block betont, dass sie die Zahl der ausländischen Ärzte und Zahnärzte in Belgien nicht begrenzen könne, denn das verstoße gegen die europäischen Regeln: "Der freie Verkehr von Personen und Waren ist einer der Grundpfeiler der Europäischen Union." Diese Regelung gelte übrigens auch in umgekehrte Richtung: "Unsere Ärzte, Zahnärzte und übrigens auch Tierärzte dürfen jetzt in anderen Mitgliedstaaten ungehindert ihren Beruf ausüben. Die Regelung gilt also für beide Richtungen."

Falls es ein Problem mit der Qualität der Ausbildung in anderen Ländern gebe, könne Europa eingreifen. "In der europäischen Gesetzgebung steht, dass das Ausbildungsniveau überall gleichwertig sein sollte. Falls es damit ein Problem gibt, muss das auf europäischer Ebene angegangen werden", so De Block noch.

Eingangsprüfung für Medizinstudium

Zwölf Prozent der Teilnehmer, die letzte Woche an der Eingangsprüfung für Ärzte und Zahnärzte in Flandern teilgenommen hat, hat übrigens die Prüfung bestanden. Das ist mehr als im vergangenen Jahr. 2015 hatte 10,5 Prozent bestanden.

Der Examensausschuss hat auch festgestellt, dass die Eingangsprüfung, die zu einem Medizinstudium an einer flämischen Universität berechtigt, in diesem Jahr besonders schwierig gewesen sei. Alle Teilnehmer haben deshalb drei Punkte zusätzlich bekommen.

Im Verhältnis haben mehr Belgier die Prüfung bestanden als ausländische Teilnehmer, vor allem als Niederländer. Wer nicht bestanden hat, kann die Prüfung Ende August wiederholen.