Belgische Kritik an geplanter Börsenfusion

Belgiens Finanzminister Johan Van Overtveldt äußerte sich in einem Brief an die Europäische Kommission "zutiefst besorgt" über die geplante Fusion der Deutschen Börse und der London Stock Exchange (LSE). Er habe Bedenken hinsichtlich der Effekte des Zusammenschlusses auf die Finanzstabilität sowohl in Belgien als auch in anderen europäischen Volkswirtschaften.

Infolge der Fusion dürften kleinere Unternehmen einen schlechteren Zugang zu Kapital haben, heißt es in dem Brief, in den das Wall Street Journal Einblick hatte. Die Financial Times hatte zuvor über den Brief an die Kommission berichtet.

Die neue Großbörse wäre ein Unternehmen mit einer beherrschenden Stellung und würde Liquidität von kleineren Märkten wie der Euronext in Brüssel abziehen, argumentierte Van Overtveldt. Auch die starke Konzentration im Handel und Clearing in Euro wäre nachteilig für den Wettbewerb und die Finanzstabilität.

Die Europäische Union hatte 2012 den Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der NYSE Euronext blockiert.

Ob der neue Anlauf zu einer europäischen Großbörse dieses Mal gelingt, ist ungewiss. Einige große Aktionäre der Deutschen Börse sollen unter vier Augen gesagt haben, dass sie die strategischen Gründe des Zusammenschlusses zwar gutheißen. Sie seien aber unsicher, wie sich die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union auf die Transaktion auswirken werde. Die eigentliche Herausforderung für den Deal liegt Beobachtern zufolge aber bei den verschiedenen Aufsichtsbehörden, die den Deal absegnen müssen. (Quelle: Dow Jones)