Belgier gewinnt Mont Ventoux-Etappe

Thomas De Gendt (Foto) hat die zwölfte Etappe der Tour de France vor seinem flämischen Landsmann Serge Pauwels. Dritter wurde Daniel Navarro. Die Mont Ventoux-Etappe wurde von einen Zwischenfall überschattet, bei dem der Gelb-Träger Chris Froome in der Schlussphase kurzzeitig radlos weiter musste.
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Der belgische Radprofi Thomas De Gendt vom Team Lotto-Soudal hat bei der 103. Tour de France die zwölfte Etappe von Montpellier zum legendären Mont Ventoux gewonnen. Der 29-Jährige siegte aus einer Ausreißergruppe heraus nach 178 km vor seinem Landsmann Serge Pauwels (Dimension Data). Die Ausreißer hatten zwischenzeitlich einen Vorsprung von über 18 Minuten. Am Ende wehrte sich De Gendt, der Teamgefährte des Deutschen Meisters André Greipel, erfolgreich.

Beim Giro d’Italia 2012 hatte De Gendt auch schon die Königsetappe mit der Bergankunft auf dem Stilfser Joch gewonnen und den dritten Platz in der Gesamtwertung geholt. Mit seinem heutigen Sieg in der Tour de France sichert sich Thomas De Gendt auch die Führung in der Bergwertung.

Die Etappe sollte eigentlich am Mont Ventoux enden. Doch starke Winde auf der Spitze des 1912 Meter hohen Riesen verhinderten die geplante Ankunft auf dem Gipfel. Die Strecke musste um sechs Kilometer verkürzt werden, das letzte Stück im Anstieg fehlte. Das Ziel lag so auf 1435 Meter Höhe.

Absurde Szenen

Die Bergetappe auf den Mont Ventoux hat mit einem wohl einmaligen Skandal in der Tour-Geschichte geendet. Der britische Gesamtführende Christopher Froome wurde auf dem Weg zur entscheidenden Bergwertung im Zuschauergedränge von einem in den Zuschauern hängen gebliebenen TV-Motorrad zu Fall gebracht, nachdem er seine größten Kontrahenten um den Kolumbianer Nairo Quintana schon abgehängt hatte.

Die Gruppe mit den Favoriten wurde kurz vor Schluss durch ein Gewirr von Motorrädern und Fans gestoppt. Dabei stürzten Porte, Mollema und Froome, weil Porte mit einem Kamera-Motorrad kollidierte.

Froome, dessen Rad nicht mehr fahrtüchtig war, rannte zu Fuß den Berg hinauf Richtung Ziel, ehe er nach quälend langer Zeit ein Ersatzrad bekam. Der Brite verlor viel Zeit auf Quintana und Co., das Gelbe Trikot an seinen Landsmann Adam Yates. Ob das Etappenergebnis so gewertet wird, war zunächst offen.

Voraussichtlich wird die Jury die Zeiten von der Drei-Kilometer-Marke werten, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Sollte das Ergebnis so bleiben, wie es im Ziel notiert ist, würde sich Adam Yates das Gelbe Trikot überstreifen.