Immer mehr und längere Verkehrsstaus

Noch nie waren die strukturellen, also täglich wiederkehrenden Verkehrsstaus in Belgien länger als im ersten Halbjahr 2016. Das ist dem so genannten Stau-Barometer des Automobilverbandes Touring Mobilis zu entnehmen. Von Januar bis Juni wurde während 709 Stunden eine Gesamtstaulänge von über 100 Km registriert. 2015 war dies während 607 Stunden der Fall. Die höchste Staudichte wurde am Brüsseler Ring zwischen Zellik und Jette gemessen. Dort steht der Verkehr täglich während 16 Stunden.

Touring Mobilis misst täglich die belgische Gesamtstaulänge und kann nur feststellen, dass wir dem Verkehrsinfarkt wieder ein Stück näher gekommen sind. Der Berufsverkehr mit Staubildung beginnt immer früher und dauert immer länger. Am Brüsseler Ring geht der morgendliche Berufsverkehr inzwischen immer öfters nahtlos in den abendlichen Berufsverkehr über.

Der Grund liegt vor der Hand. Alljährlich nimmt der Verkehr zu und steigt die Zahl der Staus. Laut Touring Mobilis kann dieses Probleme nur mit einem digitalen Verkehrsmanagement und der Trennung von Transitverkehr und lokalem Verkehr gelöst werden. So müssen unter anderem die Hinweisschilder an den Autobahnen viel gezielter eingesetzt und Autofahrer, die Staus vermeiden, belohnt werden.

Der längste Stau wurde am 15. Januar mit einer Gesamtlänge von 582 Km gemessen. Die längsten Staus wurden in den Provinzen Flämisch-Brabant, Lüttich und Luxemburg registriert. Besonders an regnerischen Tagen sind die Staus sehr lang. Mitverursacher waren aber auch verschiedene Bahnstreiks und verschärfte Grenzkontrollen nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate.