Anschlag in Nizza: Entsetzen in Belgien

Nach den mörderischen Anschlag in der südfranzösischen Küstenstadt Nizza ist zur Stunde noch immer unklar, ob auch Belgier unter den Opfern sind. Der belgische Sicherheitsrat entscheidet am Vormittag, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Vor Beginn der flämischen Regierungssitzung gedachten die Minister der Opfer während einer Schweigeminute.
AFP or licensors

Im südfranzösischen Nizza war am Donnerstagabend (14.07.2016) nach einem Feuerwerk zum Nationalfeiertag ein LKW in eine Menschenmenge gerast. Dabei starben nach jüngsten Angaben mindestens 84 Menschen, zahlreiche weitere wurden verletzt.

Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, der mutmaßliche Attentäter wurde erschossen. Der französische Präsident Hollande sprach von einem "terroristischen Charakter" der Tat.

„Genter Feste“ und Nationalfeiertag

Der Anschlag in Nizza hat auch die belgischen Sicherheitsbehörden aufgeschreckt. Vor allem die Polizei in Gent ist angespannt. Dort beginnen am Freitagabend die „Genter Feste“ (Gentse Feesten) mit zahlreichen Konzerten, zu denen in den kommenden zehn Tagen hunderttausende Besucher erwartet werden.

Auch in Brüssel herrscht Sorge wegen des belgischen Nationalfeiertags am kommenden Donnerstag, den 21. Juli. Dann findet in der belgischen Haupstadt eine Parade mit Volksfest und Feuerwerk statt. Die Brüsseler Polizei wird dann aber Verstärkung von der belgischen Bundespolizei erhalten.

Der belgische Sicherheitsrat beschloss, die Terrorwarnstufe 3 – die zweithöchste Warnstufe –beizubehalten, weil zur Zeit keine akute Anschlagsbedrohung bestehe. Der Genter Terrorexperte Brice De Ruyver (UGent) schließt nicht aus, dass französische Terroristen auch nach Brüssel reisen, weil sie das in der Vergangenheit auch schon getan haben.

Vor Beginn der wöchentlichen Kabinettsitzung der flämischen Regierung gedachten die Minister am Freitagmorgen der Opfer von Nizza während einer Schweigeminute.