Mehrere Gülen-Anhänger in Belgien tauchen unter

Anhänger der Gülenbewegung in Belgien sind nach Drohungen von Erdogan-Sympathisanten untergetaucht. Die Polizei von Beringen (Provinz Limburg) bietet mehreren Personen Polizeischutz an.

Nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan letzten Freitag sind zahleiche Erdogan-Anhänger in Beringen auf die Straße gegangen. Sie warfen mit Gegenständen auf das Gemeinschaftszentrum, in dem sich Fetullah Gülen-Anhänger regelmäßig treffen.

Gülen ist das geistliche Oberhaupt der islamischen Gülen-Bewegung. Er lebt im Exil in den Vereinigten Staaten. Erdogan vermutet Gülen hinter dem Putschversuch in der Türkei. Doch Gülen weist diesen Vorwurf entschieden zurück.

Mehrmals haben Erdogan-Anhänger seit dem Putschversuch auf den Straßen hierzulande protestiert. Nicht nur In Beringen, sondern auch in anderen Städten in Belgien haben sie Anhänger der Gülenbewegung physisch und auch über die sozialen Medien bedroht, deshalb sind einige Gülen-Anhänger untergetaucht.

In Beringen bekommen sie sogar Personenschutz. Die Polizei bewacht zudem mehrere Häuser dort.

Bürgermeister Maurice Webers von den flämischen Sozialisten (SP.A) will auf keinen Fall, dass Konflikte eines anderen Landes auf Belgien überschwappen: "Wenn einige innerhalb einer bestimmten Gemeinschaft meinen, sogar mit physischer Gewalt gegen andere vorgehen zu müssen, weil in einem anderen Land etwas geschieht, dann müssen wir mit einem klaren 'Nein' darauf antworten."

"Auch die Justiz muss hier eingreifen. Wir müssen ein kräftiges Signal setzen, dass das nicht geht", so der Bürgermeister von Beringen in der VRT.

Auch türkische Niederländer bedroht

Auch in den Niederlanden werden Türken, die nicht hinter Präsident Erdogan stehen, mit dem Tode bedroht. Am Sonntagabend sind bereits Fenster des Gebäudes der Stiftung Nida, die Verbindungen zur Gülenbewegung hat, zu Bruch gegangen.

Es sei sehr beängstigend, sagt ein türkischer Unternehmer und Gülenanhänger gegenüber der niederländischen Zeitung De Telegraaf. Ihm zufolge stünden in Amsterdam mindestens zwanzig türkische Unternehmen, deren Besitzer Gülen unterstützen, auf einer schwarzen Liste.