Keine akademische Kooperation mit Türkei

In einer gemeinsamen Erklärung stellen die Rektoren der flämischen Universitäten klar, dass sie die Entwicklungen in der Türkei mit „großer Sorge“ zur Kenntnis nehmen. Was sich an den dortigen Hochschulen zur Zeit abspiele, sei mit den Prinzipien einer offenen und demokratischen Gesellschaft nicht zu vereinbaren. Kurzfristig wollen sie entscheiden, wie sie in Zukunft ihre Beziehungen zu den türkischen Universitäten organisieren werden.
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Die größte flämische Universität, die KULeuven, wollte dies aber nicht abwarten und beendet ab sofort den Austausch von Studenten mit der Türkei. Die Sicherheit der Studenten sei unter den gegebenen Umständen in dem Land nicht gewährleistet, argumentiert Rektor Rik Torfs. Er stellt aber klar, dass dies eine endgültige Entscheidung sei.

„Die Zusammenarbeit bleibt bestehen. Wir werden Kollegen, mit denen wir schon seit sehr vielen Jahren kooperieren, nicht fallen lassen“, betont Torfs. „Und das schon bestimmt nicht jetzt, mit diesem autoritären Regime. Wir finden es wichtig, dass die Kontakte bestehen bleiben, wollen für unsere Studenten aber keine Risiken nehmen.“

Auch die Uni Hasselt wird vorläufig keine Studenten mehr mit türkischen Universitäten austauschen. „Wir können uns nicht vorstellen, Studenten mit Hochschulen auszutauschen, wo massenhaft Akademiker entlassen und verhaftet werden“, erklärt Rektor Luc De Schepper. Normalerweise entsendet die Uni Hasselt zwanzig Studenten in die Türkei und empfängt auch fast genauso viele türkische Studenten.