München: Auch in Belgien Bestürzung

Belgiens Innenmister Jambon (Foto) sieht keinen direkten Bezug zwischen der Schießerei in München und der Sicherheitslage in Belgien. Belgiens Regierungschef Michel hat den Angehörigen der Opfer sein aufrichtige Anteilnahme bekundet.

Am Freitagabend erschoss rund um das Olympia-Einkaufszentrum in München ein 18-jährigen Deutsch-Iraner neun Menschen und verletzte 16 weitere zum Teil schwer. Busse und Bahnen stellten den Betrieb ein. Die bayrische Hauptstadt war im Ausnahmezustand.

Der Täter hat sich nach Polizeiangaben selbst getötet. Die Hintergründe der Tat und das Motiv des Schützen sind völlig unklar. Unter den Todesopfern befinden sich fünf Jugendliche.

Auch in Belgien wurde die Tat sofort schärfstens verurteilt. Regierungschef Charles Michel sprach auf Twitter von einem „feigen und verwerflichen Angriff“. „Ich bin zutiefst schockiert.“

„Kein Bezug zu Belgien“

Vor Beginn der letzten Sitzung des belgischen Regierungskabinetts vor der Sommerpause nannte Innenminister die Schießerei in München ein furchtbares Ereignis. Es bestehe aber momentan kein Anlass, um in Belgien die Terrorbedrohung höher einzustufen. Es gilt weiterhin Terrorwarnstufe 3, die zweithöchste von insgesamt vier Terrorwarnstufen. Das hat das belgische Koordinationsorgan für Bedrohungsszenarien (OCAD) mitgeteilt.

„Terrorwarnstufe 3 bedeutet, dass für Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten, erhöhte Wachsamkeit gilt“, so Innenminister Jambon. „ Das gilt auch für Einkaufszentren“.

Gestern besuchte Jambon das zehntägige Genter Stadtfestival „Genter Feste“ und das Techno-Festival „Tomorrowland“ in Boom bei Antwerpen. Dort ist momentan sehr viel los. „Zum Glück kommt das Publikum zahlreich“, so Jambon. „Es ist unsere Verantwortung, die Sicherheit zu garantieren. Wenn die Menschen jetzt Angst hätten, solche Veranstaltungen zu besuchen, dann hätten die IS-Terroristen erreicht, was sie wollen. Genau das müssen wir verhindern.“

„Ich möchte die Bevölkerung aufrufen, ihren Lebensstil nicht zu verändern. Wir müssen feiern und uns amüsieren. Wichtig ist es aber, dass wir die Richtlinien der Sicherheitsdienste respektieren.“