Funkstille zwischen SAB Miller und AB InBev

Der amerikanisch-südafrikanische Biergigant SAB Miller hat die Gespräche über eine von den internationalen Kartellbehörden schon genehmigte Fusion mit dem belgisch-brasilianischen Marktführer AB InBev vorläufig ausgesetzt. Letzterer hatte sein Angebot nach dem Kursverfall des britischen Pfunds durch den Brexit noch einmal erhöht. Die Wirtschafts- und Finanzpresse-Agentur Bloomberg schließt nicht mehr aus, dass der Deal noch platzen könnte.

SAB Miller-CEO Alan Clark hat die Mitarbeiter seiner Gruppe in einer internen Mitteilung angewiesen, ab sofort alle Kontakte mit AB InBev zu unterlassen.

Dies betrifft laut Bloomberg - die Agentur hat dieses Memo in Händen - alle geplanten Versammlungen und Telefonkonferenzen und schließt auch jene Konzerne ein, die im Falle einer Fusion mit den Belgiern (mit Sitz in der flämisch-brabantischen Universitätsstadt Löwen) nach Kartellrecht abzustoßende Teile von SAB Miller übernehmen wollen. Das sind der japanische Brauer Asahi und die amerikanisch-kanadische Gruppe Molson Coors.

Weder SAB Miller, noch AB InBev wollen derzeit auf die Bloomberg-Meldung reagieren. Aus SAB Miller-Kreisen verlautete lediglich, man wolle das neue Angebot aus Löwen genau prüfen. Der Großbrauer AB InBev will die Aktionäre von SAB Miller mit einer höheren Offerte von der geplanten Megafusion überzeugen. Ein britisches Pfund zusätzlich soll es noch einmal pro Aktie geben. Das soll allerdings das letzte Angebot sein. Nach dem Pfund-Verfall durch den Brexit hat der weltgrößte Braukonzern (u.a. Stella Artois, Jupiler und Beck's) sein Gebot für SAB Miller leicht erhöht.

AB Inbev bietet den Aktionären nun 45 Pfund je Aktie in bar für den Großteil der Anteile, wie der Konzern diese Woche mitteilte. Dies entspricht einer Anhebung von einem Pfund je Anteilsschein im Vergleich zum letzten Gebot im November 2015. Investoren hatten nach dem Brexit eine entsprechende Maßnahme gefordert.

Letztes Angebot?

SAB Miller-Aktionäre können beim Kauf eine Kombination aus bestimmten AB-Inbev-Anteilen und einem Pfund-Betrag erhalten. Als das Kaufangebot auf den Tisch kam, war es ursprünglich insgesamt 71 Milliarden Pfund schwer - umgerechnet damals rund 100 Milliarden €. Dann kam die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und das Pfund verlor an den Finanzmärkten deutlich an Wert.

Derzeit würden die im November gebotenen 71 Milliarden Pfund nur noch etwa 85 Milliarden € entsprechen. AB InBev erklärte, es handele sich um das letzte Angebot. Ziel bleibe aber weiter, diese Fusion in trockene Tücher zu bringen, hieß es dazu aus Löwen. Bloomberg schließt allerdings nicht mehr aus, dass dieser Mega-Deal noch platzen könnte.