Ferrero plant Biscuits Delacre-Übernahme

Die italienische Süßwaren- und Lebensmittelgruppe Ferrero plant offenbar die Übernahme des belgischen Keksherstellers Delacre. Nach einer Meldung der italienischen Zeitung La Stampa von Samstag hat der Nutella-Hersteller dem Delacre-Eigner Yildiz-Holding aus der Türkei bereits ein Angebot unterbreitet.

Laut der La Stampa-Redaktion, die Einblick in entsprechende Dokumente bei Ferrero hatte, sieht der Nutella-Hersteller interessante Möglichkeiten in einer Übernahme des belgischen Traditionsunternehmens: „Dies ist eine Chance, einen interessanten Markt zu entdecken, in dem Ferrero derzeit nicht aktiv ist und der ein signifikantes Wachstumspotential hat.“ Mehr ist zu dem Vorgang derzeit nicht zu erfahren und La Stampa konnte auch nicht melden, um welche Summe es sich bei dem Übernahmenagebot handeln könnte.

Delacre wurde 1872 im Brüsseler Stadtteil Elsene von Chocolatier Charles Delacre gegründet. Delacre, ein Franzose, war ursprünglich Apotheker, der Schokolade zunächst als medizinisches Produkt vertrieb. Die ersten Kekse wurden ab 1891 in einer Fabrik in Vilvoorde bei Brüssel gebacken. Delacre wurde 1998 von der britischen Firma United Biscuits übernommen, die die Marke vor zwei Jahren an die türkische Yildiz-Gruppe weitergab. Delacre wird von der türkischen Yildiz-Holding über das Unternehmen Pladis kontrolliert, zu dem unter anderem auch Godiva-Schokolade gehört.

Bei Delacre (Cigarette Russe, Biarritz, Marquisette) arbeiten in Belgien etwa 300 Beschäftigte am derzeitigen Produktionsstandort Lambermont bei Verviers in der Provinz Lüttich. Ein zweiter Bachstandort von Delacre befindet sich im französischen Nieppe. 2014 hatte Delacre ein Umsatzvolumen von rund 120 Mio. €. Bei Ferrero (Nutella, Mon Chéri, Kinder usw.) arbeiten rund 33.000 Mitarbeiter, die einem Jahresumsatz von etwa 9,5 Mio. € generieren.