Verkehr sicher in der Stadt, nicht aber auf dem Land

In den großen Städten in Belgien ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden in den vergangenen fünf Jahren deutlich gesunken, doch auf dem Land, sprich in Dörfern oder Kleinstädten, stieg die Zahl der Unfälle. Dies liegt in erster Linie am schlechten Zustand mancher Landstraße. Doch auch die Tatsache, dass die ländlichen lokalen Verwaltungen keinen wirklichen Mobilitätsplan vorweisen, ist ein Problem.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Laufe von 5 Jahren um 14 % zurückgegangen. Das Blatt beruft sich dabei auf eine Studie des Belgischen Institutes für Verkehrssicherheit (BIVV). Vor allem die Provinzhauptstädte schneiden hier gut ab, allen voran Hasselt (Prov. Limburg) mit einem Rückgang um 27 % und Charleroi (Hennegau) mit einem Minus von 22 %.

In ländlichen Regionen sieht die Sache jedoch anders aus. Hier stagnieren die Zahlen und mancherorts gehen sie drastisch nach oben, wie z.B. in De Pinte in Ostflandern, wo dich die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sogar verdoppelte.

Das liegt nach Ansicht des Verkehrsinstituts aber nur teilweise an einer lokal schlechten Infrastruktur, sprich an schlechtem Straßenzustand. Großstädte können leichter Fußgängerzonen einrichten oder Tempo 30-Zonen schaffen, so das BIVV. Doch im Unterschied dazu haben es Dörfer und kleinere Städte damit schwerer. Zudem kommt noch, dass fast jeder kleine Ort in Belgien von einer Land-, Regional-, oder Schnellstraße durchquert wird. Hier liegen die Richtgeschwindigkeiten oft höher, als die in Ortschaften zulässigen 50 km/h.

Verkehrspolitik

Hier stehen aber nicht nur die lokalen Verantwortlichen in der Verantwortung, sondern auch die Regionen. Das Belgische Institut für Verkehrssicherheit fordert z.B. vom Mobilitätsministerium des belgischen Bundeslandes Flandern eindeutigere Parameter, nach denen Richtlinien ausgearbeitet werden können, an die sich die Landkreise, Kommunen oder Provinzen orientieren sollen. Doch, so die Verkehrswächter, sollte dies bindend und nicht nur empfehlend wirken.