In Glabbeek wird ein britischer Bomber gesucht

In Glabbeek in der Provinz Flämisch-Brabant begann am Mittwoch die letzte Phase vor der Bergung eines britischen Bombers aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Wrack der Maschine wurde bereits auf einem Feld in der Nähe von Glabbeek lokalisiert und es wurden auch bereits die Skelette von vier Besatzungsmitgliedern geortet. Doch vor der eigentlichen Bergung gilt es noch ein wichtiges Detail zu klären…

BOM.BE, ein Unternehmen, dass sich auf die Bergung von Material aus den beiden Weltkriegen spezialisiert hat, sucht mit einem Scanner das Feld ab, in dessen Boden der britische Langstreckenbomber geortet wurde. Dass die RAF-Maschine hier im Bodensteckt, ist schon länger bekannt und auch, dass sich in dem Wrack noch die menschlichen Überreste von vier Besatzungsmitgliedern befinden.

Doch bevor das Flugzeug ausgegraben und geborgen werden kann, muss sichergestellt werden, ob sich nicht noch Bomben an Bord befinden. Eventuell könnten solche Fliegerbomben vor einem vielleicht geplanten Angriff scharf gemacht worden sein. Die Maschine vom Typ Lancaster war in den letzten Kriegsmonaten 1945, genauer am 5. März, im Ortsteil Bunsbeek in Glabbeek abgestürzt und die Insassen wurden bereits Anfang des Jahres lokalisiert. Dass die Bombenfrage vor der Bergung geklärt sein muss, weiß auch Peter Reekmans (Dorfpartei), der Bürgermeister der Ortschaft:

„Mit ihrem Tiefenscanner, der in einer Tiefe von acht bis neun Metern detektieren kann, kann BOM.BE herausfinden, ob sich noch Bomben in der Erde befinden oder nicht. Das ist doch das Wichtigste. Bevor die Arbeiter, die das Flugzeug ausgraben, an die Arbeit gehen können, müssen wir zu 100 % sicher sein, dass sie dabei nicht auf Bomben stoßen. Der Boden muss vollständig bombenfrei sein.“

Augenzeugen erzählten

Die Nachforschungen begannen bereits im Herbst 2015, nach dem lokale Hobbyhistoriker in einer Broschüre die Geschichten von damaligen Augenzeugen veröffentlichten, die den Absturz der Maschine noch miterlebt hatten. Demnach bestand die Besatzung der RAF-Lancaster aus insgesamt 11 britischen Luftwaffensoldaten. Sieben von ihnen liegen auf dem Friedhof von Heverlee bei Löwen (Flämisch-Brabant) begraben. Die anderen vier befinden sich noch immer in dem Wrack.