Rechte Facebook-Seite von Betreiber abgeschaltet

Die nach der Rassismus-Welle nach dem Unfalltod eines 15 Jahre alten flämisch-marokkanischen Jungen in die Schlagzeilen geratene Facebook-Seite der Bewegung „Flämische Verteidigungs-Liga“ ist abgeschaltet worden. Gegen die Betreiber der Seite und die Liga an sich gingen mehrere Klagen ein.
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Die „Flämische Verteidigungs-Liga“ soll rund 23.000 Mitglieder zählen, darunter auch einige Soldaten der belgischen Armee. Doch nach der rassistischen Hetze gegen einen bei einem Unfall ums Leben gekommenen Jugendlichen bezüglich dessen Nationalität und Herkunft - der Jugendliche ist im Genk in der flämischen Provinz Limburg zur Welt gekommen - gingen dutzende Klagen gegen die Liga und ihren Facebook-Auftritt ein.

Der Gründer der Bewegung, Gunther Vleminx, sah sich angesichts des Drucks dazu gezwungen, die Facebook-Seite abzuschalten. Er ist allerdings der Ansicht, dass gegen ihn und gegen die „Flämische Verteidigungs-Liga“ eine „Medienkampagne“ gerichtet sei. Die Klagewelle gegen die Seite und die Liga nimmt unterdessen nicht ab.

Inzwischen zieht auch die Heimatstadt des Jugendlichen eine Klage in Erwägung, doch die Stadtverwaltung von Genk will sich erst mit der Familie des Jungen absprechen. Angehörige der Familie wollen in der ehemaligen limburgischen Zechenstadt einen Marsch gegen Hass und Rassismus organisieren, doch auch sie warten vorher auf die Rückkehr der Eltern des Jungen aus Marokko, bevor sie konkretere Schritte einleiten, meldet die regionale flämische Tageszeitung Het Belang van Limburg dazu.

Extremisten in der Armee

Nach dem bekannt wurde, dass zur „Flämischen Verteidigungs-Liga“ auch einige Soldaten der belgischen Armee gehören, meldete die flämische Tageszeitung De Morgen in ihrer Donnerstagsausgabe, dass sich in den Reihen der Truppe Extremisten aus verschiedenen Bereichen gehören.

Unter den rund 50 armeebekannten extremistischen Soldaten gehören nach Angaben des belgischen Verteidigungsministerium u.a. Rechtsradikalen und Mitglieder äußerst umstrittener Rockerbanden sowie islamistische Salafisten.

Bekannt ist, dass sich mindestens ein belgischer Ex-Soldat nach seiner militärischen Ausbildung der Terrorgruppe IS angeschlossen hat. Der Mann hat bereits mehrmals Anschläge in Belgien angedroht.