Autor von Hassvideo aus Verviers offenbar Sohn eines Imams

Die Polizei ist auf der Suche nach einem Jungen, der um die 15 Jahre alt sein müsste und Hassbotschaften per Video verbreitet. Dabei ruft er zur Tötung aller Christen auf.

Der Junge ist auf einem Video zu sehen, wie er nachts durch Verviers läuft und ein Lied singt, in dem Allah u.a. zur Vernichtung aller "verhassten Christen" aufgerufen wird.

In dem Video sieht man genau, wie der Junge durch die Straßen von Verviers in Ostbelgien läuft. Dass die Kulisse Verviers sei, könne  man von den Gebäuden und Straßenzügen im Hintergrund ableiten, berichtet Sudpresse.

Das französische Portal Memri.fr des Observatoriums des Mittleren Orients veröffentlicht das Video. Der Film stammt aber offenbar aus dem Textnachrichtendienst Telegram - ein kostenloser Instant-Messaging-Dienst zur Nutzung auf Smartphones, Tablets und PCs. Dieser wird immer wieder von Dschihadisten genutzt. Am 2. August 2016 wurde das Video wahrscheinlich über Telegram verbreitet.

Der Polizei zufolge handele es sich bei dem Jungen auf dem Video möglicherweise um einen 15-jährigen radikalisierten Jungen. Die Polizei will den Jungen finden und verhören. Auch laut der Bürgermeisterin von Verviers stehe der Junge auf einer Liste radikalisierter Personen. Die Zeitung La Meuse schreibt, dass es sich bei dem Jungen um den Sohn von El Alami Amaouch, dem niederländisch-marokkanischen, radikalisierten Imam von Dison, einer kleinen Gemeinde unweit von Verviers, handele. Das wurde der VRT aus verläßlichen Polizeiquellen bestätigt.

Erst im Januar 2015 kam es in Verviers zu einem Anti-Terror-Einsatz, bei dem zwei Dschihadisten getötet wurden.

Bürgermeisterin von Verviers ist geschockt

Die Bürgermeisterin von Verviers, Muriel Targnion, zeigt sich äußerst beunruhigt: "Als ich von der Nachricht erfahren habe, war ich extrem schockiert. Ich verurteile ein solches Verhalten auf das Schärfste."

"Was mich betrübt, ist, dass meine örtliche Polizei in Sachen Terrorismus nicht zuständig ist. Darum kümmert sich die föderale Polizei."

Man werde zwar eine Reihe von Maßnahmen gegen den jungen Mann unternehmen, aber sie könne ihn nicht festnehmen lassen. Verhört werden könne er nur von der föderalen Polizei.

Weiter fügte sie im französischsprachigen Rundfunk RTBF am Montag hinzu: "Diese Person stellt eine Gefahr für unsere Stadt dar und ich hoffe, dass man ihn festnimmt."

Vater muss das Land verlassen

Der Junge soll also der Sohn des radikalen Imams Shayl Alami, bzw. El Alami Amaouch, alias Alami abu Hamza, sein. Der Salafist steht schon seit langem wegen Hasspredigten und der Aufhetzung zur Gewalt in der Kritik.

Da er eine Gefahr für die belgische Gesellschaft darstellt, will ihn der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken, des Landes verweisen.

Nur das gelingt Francken derzeit nicht. Im Juli letzten Jahres und im April dieses Jahres wurde der Mann aufgefordert, das Land zu verlassen. Francken wollte ihn zurück in die Niederlande schicken, denn der Mann ist Niederländer. Da der Geistliche in Berufung gegangen ist und das Verfahren noch läuft, ist es bislang auch noch nicht gelungen, den Mann auszuweisen.

Wie Francken den VRT-Nachrichten sagte, sei der Vater des Jungen vermutlich auch der "Kopf" hinter der Terrorzelle von Verviers.