Flanderns Gemeinden brauchen mehr Hausärzte

In mehr als der Hälfte aller Gemeinden im belgischen Bundesland Flandern herrscht ein akuter Mangel an Hausärzten. Die flämische Landesagentur für Pflege und Gesundheit hat eine Liste aufgestellt, in der nicht weniger als 174 Kommunen mit diesem Problem zu kämpfen haben. Ergriffene Gegenmaßnahmen reichen kaum aus.

Die Zahl der flämischen Gemeinden, in denen zu wenig Hausärzte aktiv sind, ist im Laufe eines Jahres von 168 auf jetzt 174 angestiegen.

Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, zahlt die flämische Landesregierung Ärzten, die in einer dieser Kommunen eine Praxis eröffnen wollen und die sich dort niederlassen, eine Prämie. Doch offenbar reicht dies nicht aus, um das Problem, dass landesweit akut ist, in den Griff zu bekommen.

Fachleute fordern jetzt, dass Medizinern, die sich in einer Gemeinde niederlassen wollen, in der bereits ausreichend Hausärzte anwesend sind, dies untersagt werden soll, doch diese Idee verwerfen die hiesigen Ärzteverbände.

Nach offizieller Lesart herrscht offiziell ein Mangel in diesem Bereich, wenn eine Gemeinde weniger als neun Hausärzte pro 10.000 Einwohner zählt. In dünn besiedelten ländlichen Gegenden, wo die Wege zu den Patienten länger sind, liegt die Mindestzahl bei 12 Hausärzten.

Mittlerweile beschränkt sich dieses Problem nicht mehr nur auf den ländlichen Raum in Flandern. Immer mehr bekommen auch die Zentrums- und die Großstädte mit einem Mangel an Hausärzten zu tun. In Antwerpen z.B. scheint die Situation in dieser Hinsicht besonders akut zu sein.