Eisenbahn in Belgien: Anstieg im Güterverkehr

In der letzten Zeit werden in Belgien wieder mehr Waren und Güter mit der Bahn befördert. Im Vergleich zu 2014 stieg die Zahl im vergangenen Jahr um gut 7.000 Güterzüge an, so Bundesverkehrsminister François Bellot (MR). Dieser Anstieg, so der Minister, sei alleine auf das belgische Bundesland Flandern und seine Häfen zurückzuführen.

Offenbar ist der seit vielen Jahren herrschende Negativtrend im Güterzugverkehr per Eisenbahn gestoppt. Die Zunahme an Güterzügen um rund 7.000 Züge auf Jahresbasis ist den Aktivitäten in Flandern zu verdanken, so Verkehrsminister Bellot in einer entsprechenden Reaktion auf eine parlamentarische Anfrage in der vergangenen Woche. Demnach stieg die Zahl der „effektiv gefahrenen“ Güterzüge 2015 im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 140.800 Züge.

In den fünf Jahren zuvor verzeichneten die belgischen Verkehrsbehörden in dieser Hinsicht negative Zahlen: 2010 wurden 179.528 Güterzüge in Belgien aufgezeichnet und 2014 nur 133.678. Im belgischen Bundesland Flandern liegen mit Antwerpen, Gent und Zeebrügge große Häfen, die für den internationalen Güterverkehr besonders interessant sind, also nicht nur für die belgische Staatsbahn NMNS/SNCB alleine, sondern auch für private und staatliche Frachtunternehmen im In- und Ausland.

2015 stieg offenbar das Interesse an diesem so genannten „Hinterlandverkehr“ der hiesigen Häfen in Richtung Süd- und Osteuropa. Doch innerhalb der belgischen Länder und Regionen zeigen sich enorme Unterschiede: Wohl wegen der Lage der Häfen kann alleine Flandern von dem Trend nach oben profitieren. Mehr als die Hälfte aller Güterzüge in Flandern hatte als Ausgansort oder als Ziel einen der drei Häfen: Antwerpen (64.964 in 2015), Gent (14.288), Zeebrügge (11.015).

In Wallonien blieb die Zahl der gefahrenen Güterzüge in etwa gleich. In der Region Brüssel-Hauptstadt ging sie sogar leicht zurück, wohl zugunsten der Lastwagen. Im Allgemeinen ist die Zahl der Containerzüge in Belgien leicht rückläufig, doch Gefahrguttransporte per Bahn nahmen zu.