Brüssel: Kaufsonntage nur mäßig erfolgreich

Seit Mai 2016 dürfen die Geschäftsleute aus dem Stadtzentrum in Brüssel, innerhalb des so genannten „Fünfecks“, jeweils an jedem ersten Sonntag im Monat ihre Läden öffnen. Doch für die Geschäfte lohnt sich das nicht wirklich, wie die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ meldet.
BELGA

Die meisten Brüsseler Geschäftsleute sind nach einigen Monaten Erfahrung von den verkaufsoffenen Sonntagen, die einmal pro Monat möglich sind, nicht mehr überzeugt. Nach einhelliger Meinung der Geschäftsleute ist dies zu teuer und bringt zu wenig ein. Da ist die Rechnung schnell gemacht.

Unizo, der Selbständigen-Verband für Flandern und Brüssel, schließt sich dieser Kritik an und rät der Stadt Brüssel, bei solchen Initiativen in Zukunft besser nachzudenken und vernünftige Konzepte und Strategien für verkaufsoffene Sonntage zu entwickeln. Derzeit ist es so, dass nicht wenige Läden im Brüsseler „Fünfeck“ am ersten Sonntag im Monat erst gar nicht mehr geöffnet sind.

Offenbar lohnen sich die verkaufsoffenen Sonntage nur in der Nieuwstraat/Rue Neuve (Foto oben). Das ist die Shoppingmeile der Hauptstadt zwischen dem Nordbahnhof und dem Großen Markt, wo die meisten Modeketten ihre Läden haben. Hier sollen die Läden nach Ansicht der Brüsseler Stadträtin für Wirtschaftsfragen, Marion Lemesre (MR), auf jeden Fall an jedem ersten Sonntag im Monat offen bleiben.

Gegenüber der BRUZZ-Redaktion sagte die frankophone liberale Politikerin dazu, dass die verkaufsoffenen Sonntage als Maßnahme zur Unterstützung der Geschäfte in diesen schwierigen Zeiten gelten sollen: „In Zeiten einer schlechten Konjunktur kommen weniger Leute in die Stadt. Die Kaufsonntage kompensieren schlechte Tage und gehen auf die Nachfrage der Kundschaft ein.“

Lemeste bleibt von den Kaufsonntagen überzeugt: „Seit die Geschäfte an Sonntagen offen sind, ist ihr Umsatz gewachsen“. Damit steht wohl Aussage gegen Aussage… Brüssel versucht seit Februar 2016 mit der Kampagne „I Shop on First Sundays“ und mit verschiedensten Animationen vermehrt Kunden in die Geschäftsviertel der Stadt zu locken.

Nicolas Maeterlinck