Vormund für minderjährige Flüchtlinge gesucht

Die belgischen Asyl- und Einwanderungsbehörden suchen noch immer gemeinsam mit dem Justizministerium nach Vormunden für alleine in Belgien angekommene minderjährige Flüchtlinge. Inzwischen konnten viele Interessenten gefunden werden, doch noch immer brauchen rund 150 der Betroffenen einen Vormund.

Im vergangenen Jahr, als der Zustrom von Flüchtlingen nach Belgien besonders stark war, hatten die hiesigen Einwanderungsbehörden mit einem eklatanten Mangel an Vormunden für alleine hier gestrandete Kinder und Jugendliche zu kämpfen. Noch zum Jahresanfang suchten die Ämter nach rund 900 Vormunden, die minderjährige Flüchtlinge und Asylsucher bei ihren Verfahren begleiten sollten.

Inzwischen konnte das belgische Justizministerium in den meisten Fällen einen Vormund finden, doch noch immer stehen rund 150 minderjährige Flüchtlinge ohne Beistand da. Es habe sich aber gezeigt, dass Kampagnen, die zur Vormundschaft für Flüchtlinge anregen wollten, mehr oder weniger erfolgreich waren, sagte Edward De Landsheere vom Bundesjustizministerium gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Im niederländisch-sprachigen Landesteil haben wir eigentlich genug Vormunde gefunden. Wir haben sogar noch eine Reserve, die wir jetzt einbauen können. Wir sind vor allem aber weiter auf der Suche nach Französischsprachigen, die bereit dazu sind, sich in den Süden der Wallonie zu begeben. Das sind aber nur praktische Probleme. Wir sind davon überzeugt, dass wenn in dem Tempo, wie jetzt, weiter rekrutiert werden kann, wir in einigen Wochen hier verkünden können, dass für jeden minderjährigen Flüchtling ein Vormund gefunden werden konnte.“