Was flämische Schulkinder wirklich lernen wollen

Der Dachverband der Schulkinder im belgischen Bundesland Flandern hat eine Studie vorgelegt, in der nachgefragt wurde, welche Themen die hiesigen Schülerinnen und Schüler gerne in ihren pädagogischen Lernvorgaben wiederfinden würden. Diese Lernziele sind in den Unterrichtsprogrammen in Flandern festgeschrieben.
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Die flämische Landesregierung, bzw. die flämischen Bildungsbehörden wollen die derzeit hier geltenden pädagogischen Lernvorgaben anpassen und modernisieren und deshalb wurden die Kinder und Jugendlichen dieses Mal nach ihrer Meinung gefragt. Insgesamt beteiligten sich rund 17.000 flämische Schulkinder an der Studie und die Themenbereiche vielen recht unterschiedlich aus.

Einige Dinge wurden aber auch sehr konkret angedeutet, sagte Pieter Stalpaert vom Schüler-Dachverband gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Sie wollen etwas über die Gesundheit lernen, über gesundes Essen und auch etwas zum Thema Sport. Die Schulkindern fordern auch Kurse zu einigen gesellschaftlichen Basisbereichen, wie z.B. das Ausfüllen einer Steuererklärung, kochen oder anderen Haushaltsfragen. Von sexueller Aufklärung hingegen - Stichwort Komdom über eine Banane ziehen - halten sie hingegen gar nichts mehr. Sie möchten aber sehr wohl über Gefühle sprechen und darüber, wie eigentlich alles in der Gesellschaft funktioniert.“

Wichtig für die flämischen Schulkinder wäre auch das Erlernen einer besseren Kommunikation miteinander oder ein besserer Umgang untereinander. Nicht zuletzt wünschen sich die Jugendlichen auch mehr Aufmerksamkeit für den Dialog zwischen den Kulturen.

Die Landesregierung ist jetzt gefragt

„Jetzt hat der Unterrichtsausschuss den Auftrag, die Inhalte der zeitgenössischen Studie auf eine passende Art und Weise in die pädagogischen Lernvorgaben eizupflegen. Diese Lernziele sollen die Jugendlichen besser auf unsere komplexere und verschiedenartige Gesellschaft vorbereiten und sie für deren Funktionieren stärken.“, sagte die flämische Christdemokratin Kathleen Helsen (CD&V), die Vorsitzende des Bindungsausschusses im flämischen Landesparlament.

Deren Parteikollegin, Landesbildungsministerin Hilde Crevits, will sich auf die Resultate der Schülerstudie einlassen: „Die Schüler geben an, was verändert werden kann und muss und dies sehr oft mit deutlichen Beispielen. Wir nehmen diese wertvolle Vorschläge mit auf unserem Weg und mit in die Debatten, die jetzt folgen werden.“