Flanderns Bischöfe zum Religionsunterricht

Nach Ansicht der Bischöfe aus den Bistümern im belgischen Bundesland Flandern sollen die Schulkinder in der Mittelschule mehr über die Fundamente des Christentums erfahren. Die Bischöfe wollen sich deshalb für eine Erneuerung des Religionsunterrichts einsetzen. In der flämischen Landesregierung werden gerade neue pädagogische Lernziele definiert.
© Ruaud / Andia.fr

Lieven Boeve, der Leiter des Katholischen Schulträgers in Flandern, pflichtete dem gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion durchaus bei:

„Es ist so, dass sich unsere Kultur verändert. Früher hatten die Schulkinder noch mehr Kenntnis über das Christentum. Jeder wusste, wofür das Osterfest stand. Derzeit ist das nicht mehr so. Und auch die Begegnung mit anderen, die Tatsache, dass man Menschen anderer Glaubensrichtungen trifft, lässt uns ein Stück weit darüber nachdenken, wer man ist. Wir glauben deshalb, dass die Zeit reif dafür ist, einmal gut darüber nachzudenken, die christliche Stimme noch einmal hören zu lassen und nachzuschauen, das heute noch darin steckt.“

Dazu wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der Unterrichtsinspektoren, Religionslehrer und Theologen die Köpfe zusammenstecken, um über das Thema Glaube und Schule nachzudenken und zu debattieren.

"Kenne deinen eigenen Glauben"

Johan Bonny, der Bischof von Antwerpen, ist ebenfalls der Ansicht, dass die Mittelschüler etwas über die Basis des Christentums wissen sollten, wie er gegenüber der VRT andeutete:

„Kenne deinen eigenen Glauben, kenne deine Traditionen. Für einen Christen bedeutet dies: Kenne die Bibel, das Leben in der Kirche, die Sakramente, die Lebensweise. Doch was ist das? Weiß man das, dann kann man sich dafür entscheiden. Wie man das machen kann, ist das eine. Das andere ist der Dialog. Wie komme ich mit dem anderen über Religion ins Gespräch? Lernt man den anderen kennen, erfährt man auch etwas über andere Glaubensrichtungen und Weltanschauungen.“