Lebensmittelkennzeichnung: Viele Produzenten nehmen es nicht so genau

Viele Nahrungsmittelhersteller nehmen es nicht so genau mit der Kennzeichnung ihrer Produkte. Die Zahl der Gesetzesverstöße hat sich innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Das geht aus einer Statistik der Wirtschaftsinspektion hervor.

Bei den Verstößen handelt es sich überwiegend um Nahrungsmittel, die andere Zutaten enthalten als auf dem Etikett angegeben. Beispiele hierfür sind Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren, Trüffelöl ohne Trüffel oder Geflügelgehacktes, bei dem man schon sehr genau hinschauen muss, um festzustellen, dass sich auch ein Großteil Schweinefleisch darin befindet.

Die Parlamentsabgeordnete der flämischen Chritsdemokraten (CD&V), Leen Dierick, hatte die Zahlen angefordert.

"In den vergangenen 5 Jahren hat die Wirtschaftsinspektion rund 1.000 Verstöße gegen das Gesetz zur Lebensmittelkennzeichnung registriert. Die Zahl der Beschwerden nimmt jedes Jahr weiter zu. Die Verstöße betreffen vor allem Falschbezeichnungen unserer Nahrungsmittel, aber auch Falschinformationen über die Zusammenstellung und die Herkunft unserer Lebensmittel."

"Bei einer Kontrolle von Geflügelhackfleisch stellte sich zum Beispiel heraus, dass mehr als die Hälfte des Hackfleisches gar nicht vom Hühnchen stammte, sondern Schweinefleisch war", so die Abgeordnete in der VRT.

Seit letztem Jahr finden auch Kontrollen zu Informationen über Allergene in Lebensmitteln statt. In diesem Zusammenhang gebe es vor allem Probleme bei losen Produkten wie sie beim Bäcker, Metzger oder in kleineren Läden angeboten würden.