"Wallonie soll Caterpillar-Gelände übernehmen"

Belgiens Wirtschaftsminister Kris Peeters (CD&V - Foto) ist der Ansicht, dass die Region Wallonien das Betriebsgelände von Caterpillar nach der Schließung übernehmen solle. Peeters verlangt von der Wallonischen Regionalregierung, dass sie mit dem US-Unternehmen hart verhandeln müsse. Er warnte aber auch davor, dass es schwierig sein werde, in der Vergangenheit gezahlte Zuschüsse an Caterpillar zurückzufordern.

Bundeswirtschaftsminister Peeters ist nach der Ankündigung des US-Baumaschinenherstellers Caterpillar, das Werk in Gosselies bei Charleroi (Prov. Hennegau) zu schließen - was den direkten Verlust von 2.200 Arbeitsplätzen zur Folge haben wird, der Ansicht, dass „schwere aber direkte Gespräche“ mit der Caterpillar-Führung in Belgien und in den USA geführt werden müssten. Gegenüber den frankophonen belgischen Tageszeitungen La Libre Belgique und La Dernière Heure erklärte er, dass dabei „Alternativen“ gefordert werden müssten, zum Beispiel die Übertragung des Betriebsgeländes an die Region Wallonien.

„Wir müssen die Möglichkeit zur Zurückerstattung von Subsidien und Steuervorteilen im Falle einer Schließung prüfen. Das haben wir schon bei Opel und bei Ford gemacht und wir werden das auch bei Catermillar so machen.“, so Peeters, der daran erinnerte, dass das belgische Bundesland Flandern das Betriebsgelände von Ford in der Provinz Limburg übernehmen konnte.

Wirtschaftsminister Peeters weiß auch, dass jeder Fall anders gelagert ist, doch „es ist nicht unmöglich, dass Caterpillar seine Liegenschaften an die Wallonische Region überträgt.“ Problematisch oder gar unmöglich sei es allerdings tatsächlich gewährte Zuschüsse und Steuervorteile von dem US-Unternehmen zurückzufordern. Der flämische Christdemokrat Peeters gab zu verstehen, dass er seine Erfahrungen als Vermittler mit Walloniens Ministerpräsident Paul Magnette von den frankophonen Sozialisten PS teilen wolle. Peeters wird sich am Dienstag mit der Direktion von Caterpillar treffen und versucht, Premierminister Charles Michel (MR) dabei an seiner Seite zu haben.

Di Rupo: „Müssen Übernahmekandidaten finden“

Belgiens ehemaliger Premierminister Elio Di Rupo (Foto), der Parteivorsitzende der frankophonen Sozialisten PS, sagte am vergangenen Wochenende im privaten TV-Sender RTL-TVi, dass man nach Möglichkeiten suchen müsse, einen Kandidaten zu finden, der das Betriebsgelände nebst technischer Anlagen übernehmen könne. Di Rupo erinnerte dabei an die technologischen Möglichkeiten bei Caterpillar, die auch mit wallonischen Geldern finanziert seien und an den hohen Ausbildungsstand der dortigen Beschäftigten.

„Es ist ausgeschlossen, dass die Amerikaner all das Material und alles, was sich in der Fabrik und den anderen Gebäuden befindet, einfach mitnehmen können. Das Instrumentarium muss weiter gebraucht werden und wenn es sein muss, von anderen. Wir müssen alles daransetzen, das industrielle Gefüge von Charleroi im Besonderen und der Wallonie im Allgemeinen nicht zu verlieren.“, sagte Di Rupo am Sonntag bei RTL-TVi.