Scouts in Flandern: Viele Mitglieder, zu wenig Leiter?

Die Pfadfinderbewegungen im belgischen Bundesland Flandern haben derzeit mit einem ungewöhnlichen Problem zu kämpfen. Nach der Sommerpause haben sich derart viele Jungs und Mädchen bei den Scouts gemeldet, dass einige von ihnen abgewiesen werden mussten. Der Grund? Die Pfadfindereinheiten finden zu wenig Leiter für ihre Gruppen.

Die verschiedenen Pfadfinderbewegungen in Flandern, allen voran die Scouts der Gidsen Vlaanderen, genießen ein sehr hohes Ansehen und das ist auch der Grund, warum sich bei jedem jährlichen Saisonstart im September (gleichzeitig mit dem Schulanfang) so viele Jungens und Mädchen dort melden, um Mitglied zu werden.

Doch offenbar stößt die Pfadfinderei hier in Flandern durch den großen Erfolg immer mehr an ihre Grenzen. Einige Einheiten mussten jetzt wieder neue Mitglieder vorläufig abweisen und auf eine Warteliste setzen.

Jan Van Reusel, der Sprecher der Scouts und Gidsen Vlaanderen, relativierte die Lage gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard ein wenig: „Wir wissen von ständig etwa 20 Pfadfindergruppen, die einen Mitgliederstopp einführen müssen und eine Warteliste aufstellen. Diese Gruppen sind für ihre Qualität sehr bekannt und willen davon nicht abrücken.“

Doch offenbar verlassen nicht wenige Neulinge die Pfadfinder nach einigen Monaten schon wieder, weil sie dann doch nicht für diese Art der Freizeitbeschäftigung geschaffen sind, was im Laufe des Jahres wiederum neue Aufnahmeplätze bringt. Von einem Mangel an Leitung bei den Scouts will Van Reusel aber nichts wissen: „Wir haben pro Jahr etwa 11.000 Leiter und Leiterinnen und es werden nicht weniger. Aber, 400 zusätzliche Leiter wären trotzdem sehr willkommen.“