Eisenbahner verdienen bei Verspätung weniger

Mitarbeiter des Ausbesserungswerks Mechelen (Prov. Antwerpen) der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB, die aufgrund von Zugverspätungen selbst zu spät zur Arbeit kommen, können die verlorene Zeit nicht mehr als Arbeitszeit geltend machen. Diese Zeit wird ihnen von den Urlaubstagen abgezogen, wie die flämischen Tageszeitungen Het Nieuwsblad und Gazet van Antwerpen in ihren Dienstagsausgaben melden.

Die rund 1.300 Bediensteten des bahneigenen Ausbesserungswerks von Mechelen, wo vor allem ältere Bahnfahrzeuge modernisiert werden, sind seit März 2016 an feste Arbeitszeiten gebunden. Da aber viele von ihnen selbst mit dem Zug zur Arbeit kommen, sorgt dies für Probleme. Mechelen ist ein Kreuzungsbahnhof, auf dem sich mehrere verspätungsgeplagte Strecken von und nach Antwerpen, bzw. von und nach Brüssel begegnen.

Dadurch können die Bediensteten des Werks Mechelen, die mit der Bahn pendeln, nicht wirklich mit festen Arbeitszeiten rechnen. Die Regelung trat bereits im März in Kraft, doch erst jetzt zeigen sich erste Konsequenzen beim dortigen Personal. Und die Gewerkschaften wollen dieses Problem so nicht länger stehen lassen und fordern, dass wieder so flexibel, wie vorher, gearbeitet werden kann. Zu allem Überfluss verlieren Kollegen, die mehrmals zu spät ihren Dienst antreten können, sogar Prämien und Sonderzahlungen.

Bahnsprecher Bart Crols bestätigte den Vorgang, führt aber an, dass von Mitarbeitern der NMBS/SNCB verlangt werden könne, wie jeder andere Arbeitnehmer auch zeitig am Arbeitsplatz anwesend zu sein. Das neue Arbeitszeitsystem ist neben Mechelen bisher nur im Ausbesserungswerk von Salzinnes nahe der wallonischen Regionalhauptstadt Namür gültig. Doch Unmut äußerte sich bisher lediglich in Mechelen, wo es inzwischen zu Gesprächen zwischen den Gewerkschaften und der Werksdirektion kommt.