Optima-Pleite sorgt für ein Loch von bisher 115 Mio. €

Nach dem Konkurs der Optima-Bank vor einigen Monaten klafft nach Angaben des Konkursverwalters gegenüber dem Handelsgericht von Gent (Ostflandern) ein Finanzloch über 115 Mio. €. Am Genter Handelsgericht wird gerade die Pleite von Optima untersucht und verhandelt. Verhört wurden auch einige Kommunalpolitiker, die den Bankenchefs besonders nahestanden.

Nach Angaben des Optima-Konkursverwalters steht die Gesamtsumme der Schulden von Optima aber noch nicht endgültig fest. Noch warte er auf den Eingang weiterer Forderungen von Seiten von Gläubigern. Sicher sei aber, so  Optima-Kurator Hans De Meyer, dass der Garantiefonds rückerstattet werden könne, ohne, dass der Steuerzahler dabei mitfinanzieren müsse.

Kurz vor den Sommerferien wurde bekannt, dass die Optima-Bank mit Hauptsitz Gent zahlungsunfähig sei. Damals wurde der Konkurs der Bank erklärt und schnell wurde deutlich, dass sich ein Schuldenberg über 20 Mio. € auftat.

Diese Schulden betrafen zunächst die Gehälter des Personals des Kreditinstituts. Danach wurde klar, dass kurz vor der Konkurserklärung massiv Gelder von den Optima-Konten abgehoben wurden.

Dies war vor allem der Fall, als die Belgische Nationalbank (NBB) Mitte Juni ankündigte, Optima die Lizenz zu entziehen. Damals sollen Mitglieder von Management und Direktion noch versucht haben, Geld von den Konten ihres Finanzinstituts verschwinden zu lassen. Doch die Nationalbank konnte diese Vorgänge teilweise unmöglich machen, da sie bereits Kontrollmechanismen eingerichtet hatte.

Optima-Gründer Jeroen Piqueur musste seiner Zeit im Zuge des Konkurses seiner Bank auf Anordnung der Justiz seine Vermögenswerte offenlegen. Bis heute behauptet er, sich nichts zu Schulden habe kommen lassen und dass der Konkurs von Optima von anderen herbeigeführt worden sei.