Fleisch von geschächteten Tieren in den Kühlregalen

Kurz vor dem islamischen Opferfest steht das Thema Schächten, also das Schlachten von Tieren ohne vorherige Betäubung, wieder in der Diskussion. Doch Fleisch von geschächteten kommt auch in den normalen Handel und ist in Metzgereien nicht von anderen Produkten zu unterscheiden.
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Im Vorfeld des am kommenden Montag zu begehenden islamischen Opferfest laufen Tierschützer wieder Sturm gegen das Schächten von Tieren, wie es sowohl bei Moslems, als auch bei Juden Tradition ist. Aber, Fleisch von geschächteten Tieren ist auch in Belgien nicht nur diesen religiösen Gemeinschaften vorbehalten. Solches Fleisch gehört öfter zum normalen Speiseangebot, als „Otto Normalverbraucher“ zu vermuten mag.

Nach Angaben des belgischen Schlachthof-Dachverbandes (Febev) kommt ein nicht unwesentlicher Teil des Fleisches von geschächteten Tieren in den normalen Lebensmittelhandel. Hierzulande würden so gut wie alle Schafe (9 von 10) nicht betäubt geschlachtet und bei rund der Hälfte aller Kälber sei das ebenso.

In diesem Zusammenhang forderte Flanderns Landesminister für Tierschutz, Ben Weyts (N-VA), für die nächste Zukunft ein Label für Fleisch, auf dem vermerkt ist, ob das entsprechende Tier geschächtet oder betäubt geschlachtet wurde:

„Wir haben mit den Supermärkten ein Prinzip-Abkommen vereinbart, nachdem dort bald nur noch Fleisch von regulär geschlachtetem Vieh zum Verkauf angeboten wird. Wird davon abgewichen, dann wird ein Label verwendet, das darauf hinweist.“ Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion sagte Weyts dazu am Mittwoch, er hoffe, dass dies bei den Metzgern Nachahmer finden wird.