"Säureattentäter wusste, was er tat"

Im Prozess gegen den so genannten Säureattentäter hat die öffentliche Anklage die Höchststrafe von 20 Jahren Haft wegen versuchten Mordes und Erpressung gefordert.

Der Niederländer hatte im Februar 2015 in Antwerpen Schwefelsäure ins Gesicht einer Putzfrau des Supermarktes Delhaize geschüttet. Zuvor hatte er auch versucht, die Kette Delhaize zu erpressen.

Am heutigen Donnerstag wurde der Niederländer erstmals in dem Prozess gehört. Der Mann behauptet, dass er nicht kapiert habe, dass sein Attentat so schwere Folgen haben würde. Das Opfer glaubt ihm nicht.

"Nein, das glaube ich nicht. Er hatte Fotos von Säureanschlags-Opfern im Internet herausgesucht. Er wusste ganz genau, was er tun würde und was die Folgen sein würden - dass er jemandem etwas Schreckliches antun würde", so das Opfer in der VRT.

"Ich habe immer noch große Schmerzen an meinem Mund. Ansonsten kann ich das Ganze immer noch nicht einschätzen."

Die Frau verlor bei dem Säureattentat ein Auge und ihr Gesicht ist entstellt.

Opfer will 500.000 Euro Schadensersatz

Das Opfer und ihre Familie haben einen vorläufigen Schadensersatz in Höhe von 500.000 Euro gefordert, um die Arztkosten abzudecken und den seelischen Schaden, den das Opfer bei dem Anschlag erlitten hat, zu entschädigen.

Die Supermarktkette Delhaize hat ihrerseits einen Schadensersatz von 2 Millionen Euro wegen Imageschadens, Umsatzverlustes und des Einsatzes von zusätzlichen Sicherheitsdiensten gefordert.