Nach Tihange 1 auch Tihange 2 vom Netz

Das Atomkraftwerk Tihange 2 in der Provinz Lüttich wurde vom Kraftwerkbetreiber Engie Electrabel stillgelegt. Wie es zu der Panne kam, ist noch ungeklärt. Für die Reparatur ist eine Intervention am Dampfgenerator notwendig der sich im Nicht-Nuklearbereich der Anlage befindet. Bereits am Mittwoch war auch Tihange 1 stillgelegt worden.

Tihange 2 wurde dieses Jahr schon mehrmals vom Netz genommen. Wie lange es diesmal dauern wird, konnte Engie Electrabel noch nicht sagen. Eine Gefahr für die Stromversorgung des Landes bestehe aber nicht, auch wegen der vielen Sonnenenergie, die wegen des anhaltend hervorragenden spätsommerlichen Wetters produziert wird. Für die Bevölkerung bestehe kein Sicherheitsrisiko.

Tihange 1 wurde am Mittwochen stillgelegt. Bei Instandhaltungsarbeiten im Nicht-Nuklearbereich des Kraftwerks wurde ein Gebäude beschädigt, in dem die Hilfspumpen des Reaktors untergebracht sind. Tihange 1 soll frühestens am Sonntag wieder hochgefahren werden.

Gegen den Atomstandort Tihange mit insgesamt drei Reaktoren gibt es vor allem in Deutschland , aber auch in den Niederlanden und Luxemburg starke Bedenken. Im April hatte Deutschlands Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Belgien gebeten, Tihange 2 - ebenso wie den Reaktor Doel 3 - bis zur Klärung von Sicherheitsfragen vom Netz zu nehmen. Zuvor waren in Druckbehältern Haarrisse und Wasserstoffflocken entdeckt worden.