Neue Bürgermeisterin für Hasselt

Nach einer mehrtägigen politischen Krise ist in der limburgischen Provinzhauptstadt Hasselt die amtierende sozialistische Bürgermeisterin Hilde Claes wegen des Vorwurfs der Interessenverflechtung zurückgetreten. Ihre Nachfolgerin ist die Christdemokratin Nadja Vananroye (Foto).

Die neue Bürgermeisterin war bisher in der Stadtregierung für Soziales zuständig und sie war auch die Vorsitzende des Sozialhilfezentrums und des städtischen Krankenhauses. Sie gilt als dialogbereite Brückenbauerin. „Ich will verhindern, dass Hasselt unregierbar wird. Deshalb akzeptiere ich das Angebot meiner Partei, das Steuer in die Hand zu nehmen“, so Vananroye.

Die bisherige Bürgermeisterin Hilde Claes reagierte ebenfalls: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Damit aber in Hasselt die Ruhe zurückkehren kann und im Interesse der Stadt, ihrer Einwohner und meiner Partei verabschiede ich mich heute schmerzenden Herzens von meinem Amt.“

Herber Verlust für SP.A

Seit mehr als zwanzig Jahren besetzten die flämischen Sozialisten SP.A das Bürgermeisteramt in Hasselt, das jetzt vom christdemokratischen Koalitionspartner übernommen wird. „Das wir den Bürgermeister in Hasselt verlieren, ist ein großer Verlust“, erklärte der SP.A-Parteivorsitzende John Crombez. „Für uns waren ber die Belange der Stadt am wichtigsten und dementsprechend haben wir gehandelt, auch wenn das für unsere Partei nicht einfach war.“

Die Position von Hilde Claes war unhaltbar geworden, und das vor allem wegen der Kritik aus der eigenen Partei und der beiden Koalitionspartner, den Grünen und den Christdemokraten.

Die neue Bürgermeisterin Nadja Vananroye sieht als Priorität eine offene, deutliche und korrekte Stadtpolitik. „Ich möchte, dass die Einwohner und die Mitarbeiter der Stadt das Vertrauen in uns zurückgewinnen. Ich möchte zuhören und reden, um danach deutlich zu kommunizieren über das Wie und Warum unserer Entscheidungen.“