Dumm gelaufen! Einmal abschleppen für 22.000 €

Der Fahrer eines SUV, der seinen Geländewagen am 22 Februar dieses Jahres betrunken auf die unterirdischen Tramgleise der Haltestelle Albert in Brüssel gesteuert hatte und von dort aus bis zum Bahnhof Süd/Midi (Foto) fuhr, fand jetzt eine saftige Rechnung für das Abschleppen in seinem Briefkasten. Die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB lässt sich diese komplizierte Abschleppaktion mit rund 22.000 € bezahlen.

Nach einer Meldung der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure am Wochenende versucht sich die Nahverkehrsgesellschaft gerade mit der Versicherung des Autofahrers auf Abwegen auf eine Begleichung dieser doch recht hohen Rechnung zu einigen.

Das man sich auch mit einem Geländewagen leichter festfährt, als man aus seiner Misere wieder herauskommt, weiß auch jetzt der Fahrer eines Range Rover, der seinen Wagen am 22. Februar bis auf die Tramgleise an der Prémetro-Station Albert unter dem Albertplatz an der Ortsteilgrenze zwischen Vorst und Sint-Gillies gesteuert hatte. Doch das reichte ihm nicht. Über die Schienen fuhr er weiter bis zum Brüsseler Bahnhof Süd/Midi.

Dabei unterbrach der Wagen die Tramlinien 3, 4 und 51 an diesem Tag für Stunden. Genauer für fünf Stunden, denn so lange brauchten die Fachkräfte der MIVB_STIB, um den Luxus-Geländewagen wieder von den Gleisen zu schaffen und danach aus der unterirdischen Haltestelle zu schaffen. Dazu wurde er wie eine defekte Tram bis zur Haltestelle Lemmonier geschleppt, wo es eine Tramausfahrt aus dem Tunnel der Prémetro heraus gibt.

Diese hohe Rechnung ergibt sich aus verschiedenen Faktoren: Die reinen Abschleppkosten, die Dauer des Aktion und die damit verbundenen Umleitungen anderer Straßenbahnen, bzw. der stundenlange Ausfall von Trams, die hinter dem Auto festsaßen und den entstandenen Schaden an der Infrastruktur der Anlagen. Sogar aus der Sicht von Laien kommt der Unglücksfahrer noch recht günstig damit weg. Hinzu kommen (oder kamen bereits) wohl auch noch ein Gerichtsbescheid und ein Strafzettel nach Trunkenheit am Steuer.