Auch Abgeordnete müssen länger arbeiten…

Was lange währt, wird endlich gut! Doch ob das, was sich die Abgeordneten aus dem belgischen Bundesparlament (Foto) jetzt selbst verschrieben haben, für sie wirklich gut ist, sei dahingestellt. Sie müssen jetzt länger arbeiten und zwar bis zum Alter von 67 Jahren. Damit verlieren sie einen wichtigen Vorteil, den sie bisher hatten.

Für die Abgeordneten der beiden Häuser des belgischen Bundesparlaments (Kammer und Senat) gilt bald, was den normal sterblichen Arbeitgebern in Belgien auch droht: Sie müssen bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten.

Bisher galt eine Regelung, nach dem sie nur 20 Jahre lang im Parlament sitzen mussten, bevor sie Anrecht auf eine volle Pension bekamen. Das ist jetzt zu Ende. „Wir machen, was andere Leute auch machen müssen“, sagte Siegfried Bracke (N-VA), der Vorsitzende der Ersten Kammer im Bundesparlament, der die Gespräche zu dieser Regelung führte.

Das neue System tritt gestaffelt in Kraft. Demnach müssen Abgeordnete, die nach 2019 ins Parlament gewählt werden, bis 65 arbeiten. Ab 2025 steigt das Rentenalter für Abgeordnete auf 66 Jahre und ab 2030 auf 67 Jahre. Hinzu kommt noch, dass sie eine Laufbahn von mindestens 45 Jahren vorweisen können, bevor sie Anrecht auf volle Rentenbezüge haben.

Doch gemach, gemach! Für die Abgeordneten, die derzeit schon in den parlamentarischen Häusern des belgischen Königreichs sitzen, gilt das nicht. „Aus Respekt für die bisher erworbenen Rechte“, sagte Kammervorsitzender Bracke dazu.

"Gleiche Pflichten, gleiche Rechte!"

Weil die Abgeordneten ab jetzt länger arbeiten müssen, wird ihnen auch ein besserer sozialer Schutz zugestanden. Das bedeutet, dass sie in erster Instanz auch ein Anrecht auf Arbeitslosenunterstützung haben, z.B. für die Zeit nach einer eventuellen verpassten Wiederwahl. Bisher hatten die Abgeordneten kein Recht auf Arbeitslosengeld.