Eine neue Metrolinie für Brüssel ab 2022

In Brüssel sind die Pläne für den Bau einer neuen Metrolinie vorgestellt worden. Diese Linie 3 wird sieben neue Stationen umfassen und der Bau erfordert einen 5 km langen Tunnel, der unter anderem unter dem Stadtteil Schaarbeek hindurch verlaufen wird. An Planung und Bau sind die belgischen Bundes- und die Brüsseler Regionalbehörden ebenso beteiligt, wie die Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB.

Die Arbeiten zum Bau der neuen Metrolinie für die belgische Hauptstadt Brüssel soll 2019 beginnen. Schon 2022 soll ein erstes Teilstück, dass den Nordbahnhof mit dem Albert-Platz verbindet, in Betrieb genommen werden. Bis 2025 soll dann die gesamte Linie 3 dem Verkehr übergeben werden. Ab dann soll die Achse Nordbahnhof-Bordet in rund 10 Minuten miteinander verbunden sein.

Neben der Umwandlung der heute von Straßenbahnen befahrenen unterirdischen „Pré Metro“ und einer „Constitution“ genannten neuen U-Bahnstation am internationalen Bahnhof Süd/Midi wird ein ganz neuer Metrotunnel gebaut, der über 5 km vom Nordbahnhof bis zur Station „Bordet“ führen wird. Beide Stationen werden als „multimodal“ bezeichnet, weil dann Metro, Tram und Busse sowie die Eisenbahn Anschlüsse bieten.

Mehr Kapazität notwendig

An Van Hamme, die Sprecherin der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB, sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die neue Metrostrecke als Alternative zu den bestehenden unterirdischen Straßenbahnlinien (Pré Metro) dringend erforderlich ist:

„Die heutige Nord-Süd-Achse wird mit unterirdisch fahrenden Trams bedient, doch diese Linien sind völlig überlastet. Um mehr Kapazität bieten zu können, muss die Tram durch eine U-Bahn ersetzt werden. Ein Metro-Zug kann vier- bis fünfmal mehr Fahrgäste befördern als eine Straßenbahn.“

Neue Metrostationen und ein langer Tunnel

Insgesamt werden sieben völlig neue Metrostationen gebaut: „Liedts“, „Collignon“, „Verboeckhoven“, „Riga“, „Linde/Tilleul“, Vrede/Paix“ und „Bordet“. Im Ortsteil Haren am nördlichen Rand von Brüssel entsteht zudem ein neues Betriebswerk für Metrozüge.“ Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB unterhält schon jetzt ein großes Depot für seine Fahrzeuge in Haren.

Der Tunnelbau wird mit einer entsprechenden rotierenden Tunnelgrabmaschine, die einen Durchmesser von 10 m haben wird, in 30 m Tiefe durchgeführt. Pro Tag soll diese Maschine 10 m Tunnel graben. Nach Angaben des für den Bau verantwortlichen „Bureau Métro Nord“ soll dabei Abraum in einer Menge von bis zu 1 Mio. m³ anfallen.

Der Bau dieser Metrolinie 3 erfordert allerdings die Enteignung einiger Liegenschaften und Häuser. Die zuständigen Behörden kündigten an, die Betroffenen individuell davon zu unterrichten und die notwendigen Schritte vor Ort zu klären.