Mit Supertrucks deutlich weniger Schadstoffausstoß

Der Einsatz eines so genannten „Supertrucks“ (Foto) sorgt für eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 21 bis 25 %. Dies zumindest ergaben erste Testfahrten mit solchen auch „Ecocombi“ genannten verlängerten LKW, die die Brauerei AB InBev gemeinsam mit den Transportunternehmen Ninatrans und Gilbert De Clercq durchführte. Diese Tests fanden im Rahmen einer von den regionalen flämischen Verkehrsbehörden geförderten Testphase statt.

AB InBev beförderte bestimmte Produkte mit „Supertrucks“ von Ninatrans und Gilbert De Clercq zwischen dem Brauereistandort Heverlee bei Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) und dem Antwerpener Hafen durch. Die Transporte begannen mit einem verlängerten LKW Anfang 2015 und ab November des vergangenen Jahres kam ein zweiter entsprechender Laster hinzu.

Nach Berechnungen der flämischen Verkehrsbehörden können zwei „Ecocombis“ drei herkömmliche Sattelzüge ersetzen. Weil dadurch weniger Fahrten notwendig sind, werde auch weniger Schadstoff ausgestoßen, so die Feststellung. Dies schien sich in der Praxis konkret zu bestätigen.

Die Brauereigruppe AB InBev fährt seit Anfang 2015 mit einem „Supertruck“ von Ninatrans auf einem festgelegten Trajekt zwischen dem eigenen Standort in Heverlee und dem Logistik-Unternehmen Katoen Natie im Hafen von Antwerpen. Damit seien in anderthalb Jahren rund 420 LKW-Fahren eingespart worden, was 32 % der Fahrten entsprach und der Truck stieß etwa 20 % weniger CO2 aus, als die entsprechende Anzahl herkömmlicher LKW.

Genehmigung verlängert

Parallel dazu beförderte das Transportunternehmen Gilbert De Clercq Waren und Güter mit einem „Supertruck“ auf Kurzstrecken innerhalb des Antwerpener Hafens und konnte damit den CO2-Ausstoß gegenüber „normalen“ Lastwagen um 25 % senken.

Diese Resultate brachten das flämische Verkehrsministerium und die Landesagentur Straßen & Verkehr (AWV) im Juli dazu, das Projekt um zwei Jahre zu verlängern und sorgten für eine Betriebserlaubnis für „Supertrucks“ bis Ende Juni 2018.

Danach wird das gesamte Experiment gründlich analysiert. Fällt dies positiv aus, dann folgt möglicherweise ein zweiter Projektaufruf. Transport Gilbert De Clercq und AB InBev sind schon jetzt Fürsprecher einer Ausweitung dieses Projekts.

Mülltransporte per Binnenschiff?

Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) will der Landesregierung einen Vorschlag unterbreiten, die Umweltabgabe für Abfall aus privaten Haushalten zu senken, wenn der entsprechende Müll über die hiesigen Binnenwasserwege befördert wird und nicht mehr über die Straße.

Demnächst werden drei Testprojekte in Angriff genommen, deren Ziel sein wird, auf Jahresbasis bis zu 16.000 LKW-Fahrten zu vermeiden. Noch ist der Transport von Abfall per Binnenschiff rund 9 € teurer pro Tonne Abfall, doch über eine Senkung der entsprechenden Abgabe könne diese Transportart eine Alternative zum Lastwagenverkehr darstellen, so alle Beteiligten an diesen Projekten.