Nur Belgien und die Niederlande erfüllen nachhaltige Entwicklungsziele in der Bildung

Belgien gehört zu den Ländern, die mindestens sieben der zehn Bildungsziele der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Bezug auf nachhaltige Entwicklung erfüllen. Das geht aus dem an diesem Donnerstag von EU-Bildungskommissar Tibor Navracsics und OECD-Generalsekretär Angel Gurría vorgestellten OECD-Bildungsbericht 2016 hervor.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat 35 Mitglieder, darunter mehrere EU-Länder. Laut dem vorgestellten Bericht gehörten Kanada und Australien, gefolgt von den Niederlanden und Belgien zu den Ländern, die mindestens sieben der zehn OECD-Bildungsziele der nachhaltigen Entwicklung erfüllen.

Im September 2015 hatten sich die führenden Politiker der Welt in New York getroffen und ehrgeizige Ziele für die Zukunft der Völkergemeinschaft vorgelegt. Ziel 4 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) lautet, inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Hierfür sind auch konkrete Indikatoren festgelegt worden, denn ein chancengleicher Zugang zu qualitativ hochstehender Bildung ist weltweit noch längst nicht für alle Menschen möglich.

So haben laut OECD schätzungsweise 57 Millionen Kinder noch immer keinen Zugang zum Primarbereich, und zu vielen Kindern bleiben die Vorteile von Bildung wegen Armut, Geschlecht, Ethnie, Wohnort und bewaffneter Konflikte noch immer verwehrt, heißt es in dem Bericht.

Inklusion und Vertrautheit mit Umweltthemen könnten besser sein in Belgien

Zu den Bildungszielvorgaben gehören zum Beispiel "Bildungsbeteiligung in vorschulischen Bildungsgängen des Elementarbereichs" und "im Primarbereich im Alter von 5 Jahren". In diesem Punkt schneidet Belgien besonders gut ab und liegt über dem Benchmark, das heißt über dem quantitativen Vergleichswert, den die OECD ermittelt hat. Viele europäische Länder, unter anderen auch Deutschland und Frankreich, schneiden in diesem Punkt ähnlich gut wie Belgien oder besser ab. Finnland, die Slowakei und Tschechien liegen allerdings ein ganzes Stück unter dem Benchmark.

Was die Anzahl der Computer für Unterrichtszwecke pro Schüler betrifft, so erreicht Belgien gerade noch den Benchmark. Ein ganzes Stück darüber liegen in Europa zum Beispiel Österreich, Lettland und das Vereinigte Königreich (die Werte beziehen sich allerdings nur auf England).

Aufholbedarf hat Belgien zum Beispiel noch beim PISA-Index der Inklusion oder beim Index des Grads der Vertrautheit mit Umweltthemen.