Autofreier Sonntag: Ruß in Brüsseler Luft um die Hälfte gesunken

Der autofreie Sonntag in rund 40 Städten und Gemeinden am gestrigen Sonntag hat sofortige Wirkung an den Messstationen gezeigt. Das sagt Franz Fierens vom Umweltamt. Die Dieselrußteilchen in der Luft seien direkt, nachdem die Stadt für den Autoverkehr geschlossen wurde, um die Hälfte zurückgegangen.

Fierens vergleicht die Daten von zwei Messstationen mit normalerweise ähnlich hoher Luftverschmutzung: Eine in einer autofreien Zone im Brüsseler Stadtteil Elsene (Ixelles) und eine in einer nicht autofreien Zone in Borgerhout (Antwerpen).

"Die Wirkung auf die Dieselrußkonzentration ist ab dem Moment, ab dem das Fahrverbot in der autofreien Zone gilt, spürbar", so der Sprecher des Umweltamtes.

Die Einrichtung eines autofreien Sonntags sollte jedoch viel öfter erfolgen, um langfristig eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die Wirkung beweise jedenfalls, dass der Autoverkehr noch stets eine der Hauptquellen der Luftverschmutzung sei und dass ein autofreier Sonntag eine positive Maßnahme darstelle.

Luftbelastung durch Rußpartikel gesunken

Es sei nur eine erste grobe Einschätzung und zudem schwierig, die Auswirkungen zu beurteilen, weil die Luftqualität in Brüssel nicht nur durch Umstände in der bestimmten Region bestimmt würde, sondern zum Beispiel auch durch das Wetter und die Verschmutzung, die aus den Gebieten rund um Brüssel in die Hauptstadt geweht würde, so der Sprecher weiter.

Dennoch zeigten die Aufzeichnungen an den Messstationen in Brüssel und Antwerpen vom Sonntag, dass die Menge der Rußteilchen in der autofreien Zone in Brüssel um die Hälfte gesunken sei. "Es hat eine sofortige Wirkung eingesetzt", so Fierens, "aber das ist ja leider nur von kurzer Dauer."

Verstoßverfahren der Europäischen Kommission gegen die Region Brüssel Hauptstadt

Zur Zeit läuft ein Verstoßverfahren der Europäischen Kommission gegen die Region Brüssel Hauptstadt wegen Überschreitung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte.

"Will Brüssel daran fundamental etwas ändern, ist mehr nötig als ein autofreier Sonntag im Jahr. Dann muss der Ausstoß des Dieselverkehrs drastisch sinken und das gelingt nicht mit einem einzigen oder selbst mehreren autofreien Sonntagen im Jahr", erklärt Fierens.

Der Sprecher des Umweltamtes weist auf eine Dikussion in Deutschland hin. Dort berät sich die Stadt Düsseldorf nach einem Gerichtsurteil über ein Verbot für Dieselfahrzeuge, um die Luftqualität für die Städter zu verbessern.

Ein Grund hierfür sei der Druck, den die Europäische Kommission ausübe. Sie drohe mit Verstoßverfahren. Daneben habe in der Stadt aber auch die öffentliche Meinung angefangen, unter anderem wegen des Dieselgate-Skandals, sich der Schädlichkeit von Diesel für unsere Gesundheit bewusst zu werden, schließt Fierens.