Wallonien liefert so viele Waffen an Saudi-Arabien wie nie zuvor

Saudi-Arabien hat im letzten Jahr 60 Prozent der wallonischen Waffen gekauft. Das geht aus einem Bericht zu abgelehnten und angenommenen Exportlizenzen aus 2015 des Unterausschusses 'Waffen' des wallonischen Parlaments hervor. Wallonien habe noch nie zuvor so viele Waffen nach Riad ausgeführt wie im letzten Jahr, schreibt die Zeitung "Le Soir".

Für Saudi-Arabien sind nur 34 Lizenzen von den insgesamt 1.369 Lizenzen für 68 Länder im gesamten Jahr ausgestellt worden, aber diese Verträge machen einen Gesamtwert von 575,8 Millionen Euro aus, das heißt 60 % des wallonischen Umsatzes in diesem Sektor (955 Millionen). Das ist ein neuer Rekord. Der vorige Rekord lag 2014 bei 396,9 Millionen, was den Waffenverkauf an Riad betrifft.

Alle Waffenankäufe zusammengenommen, inklusive durch andere Länder des Mittleren Ostens (die Vereinigten Arabischen Emirate kauften in Wallonien für 19,3 Milllionen Waffen ein und der Oman für 15,76 Millionen) macht das 65% der wallonischen Exporte aus.

Im Detail: Den größten Umsatz macht die wallonische Waffenindustrie mit Feuerwaffen, die nach Saudi-Arbien geliefert werden - 2015 waren es 396 Millionen - mit u.a. Granatwerfern (7,6 Millionen), Munition (105 Millionen), Raketen (5,18 Millionen), Panzern und gepanzerten Fahrzeugen sowie Ersatzteilen (58 Millionen).

Waffenexporte nach Saudi-Arabien sind umstritten, unter anderem wegen der zwielichtigen Haltung des Landes dem Terrorismus gegenüber und seiner Verwicklung in den Konflikt im Jemen.

Francken: "Die Zahlen lassen jede pazifistische Botschaft scheinheilig erscheinen"

Der Staatssekretär für Asyl und Migration, Théo Francken (N-VA), hat direkt in den sozialen Medien "die Waffe gezogen". In einer Reaktion twitterte er: "FN (Fabrique Nationale de Herstal, das zu 100 Prozent der wallonischen Region gehört, Red!) ist ein öffentliches Unternehmen, diese Zahlen lassen jede pazifistische Botschaft der PS (französischsprachigen Sozialisten, Red.!) und CDH (französischsprachigen Christdemokraten, Red.!), ja sogar von Ecolo (französischsprachigen Grünen, Red.!) scheinheilig erscheinen."